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Kommentar Ausgesetztes Kind: Brutal wie im Märchen
Mehr Meinung Kommentar Ausgesetztes Kind: Brutal wie im Märchen
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Axel Büssem kommentiert den Fall des auf Rügen ausgesetzten Mädchens. Quelle: Montage: Benjamin Barz
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Stralsund

Man fühlt sich fast an das Märchen „Hänsel und Gretel“ erinnert: Ein Stralsunder setzt sein neunjähriges Kind am späten Abend mutterseelenallein auf Rügen aus und fährt mit dem Auto davon. Eine erzieherische Maßnahme, weil das Kind zuhause nicht schlafen wollte. Dass er angeblich nur um die Ecke fuhr und seine Tochter gleich wieder einsammeln wollte, macht es für das Kind nicht viel besser. Das ausgesetzte Mädchen ist in einem Alter, in dem es vielleicht gerade die Märchen der Gebrüder Grimm liest. Welche Ängste muss es ausgestanden haben? Jeder mag sich einmal selbst in seine eigene Kindheit zurückversetzen und überlegen, wie er sich selbst gefühlt hätte.

Nun kann man dem Vater glauben, dass es ihm schrecklich leid tut und sich so eine Aktion wohl nie wiederholen wird. Das Jugendamt wird sich den Fall jedenfalls genau anschauen und prüfen, was zu tun ist. Eine Gefahr liegt laut Behörde wohl nicht vor. Zum Glück für das Kind: Wenn man es aus der Familie holen würde, wäre es doppelt gestraft. Für überforderte Eltern gibt es viele Hilfen, der Stralsunder Vater sollte sie in Anspruch nehmen.

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Axel Büssem

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