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Kommentar Das ist der Gipfel — mit Dobrindt und Ferres
Mehr Meinung Kommentar Das ist der Gipfel — mit Dobrindt und Ferres
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00:00 29.08.2014
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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt ist durchaus auch in der Lage, Dinge von Anfang bis Ende durchzuboxen. Vor einem Jahr, damals noch als CSU-Generalsekretär, tafelte der beste Helfer von Horst Seehofer mit einer Handvoll Journalisten im Rahmen seiner Sommertour in der Fünf-Sterne-plus-Residenz von Dietmar Müller-Elmau. Der Besitzer von Schloss Elmau am Fuß des bayerischen Wettersteingebirges begann nach dem Dobrindt-Essen mit dem Feinschliff eines üppigen Erweiterungsbaus an seiner Herberge, mitten im Naturschutzbereich. Es entstehen „bis auf den Quadratmeter gleichwertige“ Suiten, in denen bei Bedarf Super- Prominente so residieren können, dass alle identische Herbergsmöglichkeiten vorfinden. Von den bunten Bademänteln im Badezimmer über Saunen, Pools und Yogaräume bis zum ungetrübten Bergblick.

Ein halbes Jahr später verkündete Angela Merkel, in enger Abstimmung mit Horst Seehofer, dass Schloss Elmau als Tagungsort für den nächsten G7- oder G8-Gipfel in Deutschland (je nachdem ob bis dahin Russlands Wladimir Putin wieder gelitten ist) ausgewählt sei. Das letzte derartige Treffen in der Republik fand 2007 in Heiligendamm statt. Am 4. und 5. Juni 2015 ist also der Süden dran. Und Dobrindt, der ja nicht nur Maut- und Verkehrsminister ist, sondern auch die digitale Infrastruktur verantwortet, zeigt, dass er wirklich was kann: Die Schlossherberge erhält das schnellste Internet Deutschlands, eine zweite Wasserleitung und eine geteerte Zweitzufahrt. Hotelier Müller-Elmau ist sehr zufrieden. Auf die Politik ist Verlass. Nur an der Sicherheit müssen die für den Giganten-Gipfel eingeplanten 17 000 Sicherheitskräfte rund um den Alpen-Treffpunkt noch ein wenig feilen. Kürzlich konnten zwei Diebe seelenruhig aus dem Schloss-Hotel einen Tresor ausbauen und wegkarren. Später fand sich der leere Geldschrank in einem Heustadel wieder. Beute und Täter sind verschwunden.

Über Angela Merkels Privatleben in den Kanzlerinnenzeiten sind nur minimale Kleinigkeiten bekannt. Hinweise darauf, ob es mit Joachim Sauer besonders lustig ist, fehlen ganz und gar.

Dennoch hat sich ausgerechnet der schauspielernde Dauerbrenner Veronika Ferres entschieden, im nächste Woche auf dem Programm stehenden Sat.1-Film über die „Staatsaffäre“ die von ihr gespielte Kanzlerin „mit ganz viel Humor“ darzustellen. In dem Film gerät die Frau, die vielleicht Angela Merkel sein will, in eine heiße Affäre mit Frankreichs Staatspräsident. Die Liebeskomödie zeige, „wie es in der Politik abgehen kann“, meint Frau Ferres, das ehemalige Superweib. Ehrlich gesagt scheint sie davon nicht viel Ahnung zu haben.



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