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Kommentar Debatte um Jagdgesetz: Wie männlich ist das denn?
Mehr Meinung Kommentar Debatte um Jagdgesetz: Wie männlich ist das denn?
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16:09 07.12.2019
Jäger sollten den Schutz dieses Ökosystems unterstützen, anstatt nur den Trophäen nachzujagen, kommentiert OZ-Redakteur Benjamin Fischer. Quelle: dpa
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Rostock

Wohlsituierte Herren treffen sich am Wochenende zur Jagd, einem Zeitvertreib, bei dem der Frauenanteil seit jeher im kaum wahrnehmbaren Bereich liegt, was angesichts des dort noch immer verbreiteten Statusdenkens kaum verwundert. Besonders viele private Jäger, die mit der Waffe durch den Wald ziehen, träumen davon, mal einen richtig kapitalen Hirsch zu erlegen.

Das allein wäre noch gerade so verkraftbar, müssten die Wildbestände insgesamt dafür nicht künstlich hochgehalten werden. Ein Hirsch fühlt sich dort am wohlsten, wo er möglichst viele Nachkommen zeugen kann. Dieses Statusdenken eint ihn in gewisser Weise mit jenen, die auf ihn anlegen.

Trophäendenken schadet dem Wald

Infolgedessen werden zugleich immer weniger weibliche Tiere erlegt, um den Hirschen ein attraktives Lebensumfeld zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen und über die Jahre viele Enden ausbilden können. Dieses Trophäendenken schadet dem Wald inzwischen aber massiv, und es wirkt beinahe albern, dass sich der Landesjagdverband hinter dem Tierschutz versteckt, wenn dem Wohl des Waldes insgesamt das Wohl des Mannes vorangestellt werden soll.

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Von Benjamin Fischer

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