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Kommentar Der lange Weg der Volkswerft in eine gesicherte Zukunft.
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00:00 23.04.2014
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Von nichts kommt nichts“, sagte schon der griechische Philosoph Aristoteles. 20 Monate zeigte sich die Landesregierung unter Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wenig inspiriert, dem Schiffbau in Stralsund erneut eine Chance zu geben. Zu tief saß der Schock der P+S-Pleite. Zu tief die Furcht, weitere Hunderte Millionen Euro an Steuergeld verlustreich in eine Branche zu stecken, die seit Jahren aus eigener Kraft kaum überlebensfähig ist.

Zwar ist die Furcht geblieben. Sie machte aber zunehmend der Einsicht Platz, dass es einem industriepolitischen Offenbarungseid gleichgekommen wäre, Vorpommern zur wirtschaftlichen Einöde zu degradieren. Nichts anderes wäre passiert, hätte die Volkswerft in Stralsund bis Ende April keinen neuen Investor gefunden. Aus dieser Perspektive hat das zuletzt doch merklich gewachsene Engagement Sellerings für einen Erhalt des Schiffbaubetriebes plus Offshore und Gewerbepark positive Früchte getragen. Von viel kommt eben viel.

Es ist Sellerings Verdienst, den russischen Oligarchen Witalij Jussufow mit Geschick und sanftem Druck zu einem verbesserten Angebot bewegt zu haben. Als kluger Schachzug erwies sich, dem weltweit renommierten Konzern Liebherr eine Option zur Ansiedlung zu offerieren. Wenig später boten Jussufows Nordic Yards die so wichtige Beschäftigungsgarantie, die sie zuvor lange schuldig geblieben waren.

Das ist eine gute Nachricht für viele Familien, für die Region Stralsund, ja für ganz Vorpommern.

Doch es bleibt ein Beigeschmack. Mit Blick auf die Ukraine-Krise gleich drei Werften in MV in die Hand eines kremltreuen Milliardärs zu legen, könnte neue Abhängigkeiten, Erpressungspotenziale und Konfliktlinien schaffen. Lange hatte sich das Land genau dagegen gesträubt. Nun gab es in Ermangelung einer Alternative nach. Auch die Auftragslage bei Nordic ist unklar. 2013 schloss das Unternehmen mit Verlust ab. Kurzarbeit ist immer wieder trotz angeblich voller Orderbücher ein Thema.

Die Volkswerft hat eine gewaltige Klippe umschifft. In sicherer See ist sie noch nicht. Vor der Pleite im August 2012 gab es 1750 Beschäftigte — am 1. Juni startet Nordic mit 70.

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OZ

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