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Kommentar „Die A 20 nicht voll zu sperren, ist unverantwortlich“
Mehr Meinung Kommentar „Die A 20 nicht voll zu sperren, ist unverantwortlich“
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00:00 12.10.2017
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Tribsees/Rostock

Kilometerlange Staus, Umleitungen, überlastete Ausweichstrecken – die Situation auf den Straßen in MV ist angespannt. Insgesamt gibt es im Land allein auf den vielbefahrenen Straßen mehr als 55 Baustellen. Der Abbruch der A 20 bei Tribsees (Kreis Vorpommern-Rügen) verschärft das bestehende Verkehrschaos. Die Nerven zahlreicher OZ-Leser, darunter viele Pendler, werden „überstrapaziert“, wie es einige formulieren. Sie tauschen sich auf der Facebook-Seite der OZ aus.

Werner Kindler fragt sich ernsthaft, wie er schreibt, „warum man nicht dazu übergeht, auf den Baustellen in Tag- und Nachtschicht zu arbeiten.“ Vorbild sei Polen, da werde selbst sonntags gearbeitet. Die Nerven von Peter Ahrens liegen blank. „Wenn man für den Neubau einer Fußgängerbrücke fast ein Jahr braucht, dann weiß man, warum in MV nichts vorwärtsgeht.“ Silke Schack stöhnt: „Baustellen, wohin man schaut – eine Katastrophe. Man hat das Gefühl, dass die Planer nicht miteinander reden.“ Dietmar Henke

wirft das Licht auf „ein leuchtendes Beispiel für deutsche Gründlichkeit beim Straßenbau“. Auf der B 96 auf Rügen werde ein Abschnitt auf zweieinhalb Kilometer Länge erneuert. „Die Bauzeit beträgt hierfür zweieinhalb Jahre. Ein Kilometer dauert damit ein ganzes Jahr.“ Thomas Koch interessiert, „wann die Baustellen endlich fertig sind. Vermutlich 2020, ausgenommen die A

20, die dauert wohl 30 Jahre.“ Hugo Mai ergänzt, dass dieser miserable Zustand in ganz Deutschland an der Tagesordnung sei. Dem stimmt auch Vielfahrer Thomas Wagner zu: „Was den Verkehr und insbesondere die Staus betrifft, ist es hierzulande wirklich harmlos. Fahren Sie mal nach Stuttgart oder Frankfurt am Main.“ Marcus Voß

postet ein Schild mit der Aufschrift „Wir bauen für Sie. Vielen Dank für Ihr Verständnis“. Der Leser belässt es bei jener Botschaft. Frank Schröder beschäftigt sich in seinem Post mit dem Abbruch der A 20, die zwölf Jahre gehalten habe, so Schröder. Und weiter: „Die neue Rügenbrücke wurde von derselben Firma gebaut, sie feiert diese Woche ihr zehnjähriges Bestehen. In zwei Jahren könnten wir also das nächste Desaster erleben.“ Steffen Holzbrecher findet es „unverantwortlich“, dass auf der A 20 keine Vollsperrung eingerichtet wird. „Mir fehlen die Worte. Muss es erst Tote geben?“

Auch für Jürgen Pump stellen sich Fragen bezüglich des A 20-Abbruchs. „Warum sieht man eigentlich auf keinem der Bilder Überreste der Pfahlgründungen aus Beton? Ich habe den Eindruck, als seien diese unmittelbar am westlichen Übergang zur Trebeltalbrücke nicht vorhanden. Wenn dem so wäre, wäre das ein Skandal.“ Einen Skandal erkennt Dieter Bolte

bereits jetzt, verursacht von Bauleitern, „die ein Spiel spielen“ und die Schuld weit von sich wiesen.

Juliane Lange

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