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19:30 24.04.2019
Frank Pubantz kommentiert die Ostsee-Pipeline Nordstream 2 Quelle: Frank Söllner / Bernd Wüstneck/
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Rostock

Manfred Weber (CSU) will, sollte er Chef der EU-Kommission werden, die Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 verhindern. Entweder hat der Spitzenkandidat der konservativen EVP hier den (einkalkulierten) Protest unterschätzt. Dann hätte er ein klassisches Eigentor im Wahlkampf geschossen. Oder schlimmer: Ein Mann, der an die Spitze der EU will, verspricht, Abkommen nicht zu akzeptieren. Dann hätte Weber offenbart, wofür viele Europäer EU-Institutionen (oft zu Unrecht) an den Pranger stellen. In diesem Fall machte ihn das zu einem schwierigen Kandidaten für das höchste Amt, das Europa zu vergeben hat. Denn die EU hat sich zur Pipeline erklärt.

Weber hat das nicht zufällig in Polen erzählt, wo er noch Unterstützer für seine Wahl braucht. In Osteuropa sind die Ängste groß, Russland könnte seinen Einfluss über eine zweite Ostsee-Pipeline auf den Kontinent erhöhen. Im Zentrum seiner Überlegungen sollte aber die Frage stehen: Was nutzt Europa? Nicht: Was nutzt Weber? Europa braucht Gas, wenn es auf Atomkraft und Kohle verzichten möchte. Besser als über Schritte zur weiteren Isolation Russlands zu fantasieren, wäre es für einen Spitzen-Europäer, Ideen für Kooperation und Friedenswahrung zu entwerfen.

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