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Kommentar Hiddensee als Austragungsort ist ein Affront
Mehr Meinung Kommentar Hiddensee als Austragungsort ist ein Affront
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06:32 25.04.2019
Erntekronen gehören traditionell zum Erntedankfest, meint OZ-Redakteurin Elke Ehlers. Quelle: Montage: Söllner/Wüstneck/dpa
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Hiddensee

Erntefest auf einer Insel ohne Ackerbau und Viehzucht – das ist schon ungewöhnlich. Mit seiner Entscheidung, Erntedank in diesem Jahr auf Hiddensee zu feiern, hat Landes-Agrarminister Backhaus viele Beteiligte heftig verprellt.

Landwirte haben ohnehin oft das Gefühl, dass ihre Arbeit kaum noch Wertschätzung erfährt. Dabei sind sie es, die das Korn vom Feld holen und damit für unser täglich Brot sorgen. Auch Milch und Honig würden nicht fließen ohne ihre Mühe. Das Erntedankfest gehört dieser Berufsgruppe, daran sollte kein Zweifel bestehen.

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Landschaftspflege auf Hiddensee

Natürlich steht nirgends geschrieben, dass jedes Jahr auf die gleiche Weise gefeiert werden muss. Zumal Landschaftspflege wie auf Hiddensee zum Berufsbild der Bauern gehört und auch Fischer dazu beitragen, dass unser Tisch reich gedeckt ist.

Doch warum ausgerechnet auf Hiddensee? Schon die Organisation eines Gottesdienstes für Hunderte Besucher wird für die kleine Insel-Kirchgemeinde zum Kraftakt. Auch der typische Umzug mit geschmückten Traktoren, Wagen und einer großen Festgesellschaft überfordert das Insel-Kleinod.

Das eigentlich Verwerfliche an der Backhaus-Entscheidung ist jedoch, dass sie am grünen Tisch gefällt wurde – über die Köpfe derer hinweg, um die es beim Erntedank geht.

Elke Ehlers

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