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Kommentar Guttenberg und die Retter der CSU
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00:00 24.10.2014
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Bei Milzwurst, Schlachtplatte und Kesselfleisch haben sich in dieser Woche rund drei Dutzend aufrecht Konservative in der CSU im Traditionswirtshaus Stechl im oberbayrischen Rott am Inn getroffen. Sie wollen das Erbe von Franz Josef Strauß mit klassischen Themen (Familie, Türkei, Doppelstaatsbürger, Kriminalität) bewahren. Horst Seehofer sei eine Gefahr für den alten Kurs, meinen sie. Es ist also was in Bewegung bei den Christsozialen und nicht nur, weil die AfD da ist. Parteichef und Ministerpräsident Seehofer ist — auch deshalb — auf der Hut. Also verstärkt er derzeit seine Anstrengungen, für den Parteitag im Dezember einen Coup zu landen: Karl-Theodor zu Guttenberg soll mit einem großen außenpolitischen Diskussionsbeitrag eine Art Wiederauferstehung feiern. Noch ziert sich „KTG“. Aber „der Chef bemüht sich sehr“, lässt ein Seehofer-Intimus wissen.

Dabei sorgt sich der CSU-Chef Horst Seehofer auch ernsthaft um die Verlässlichkeit seiner Partei. Vertragstreue müsse das CSU-Markenzeichen bleiben, nahm Seehofer die Mitglieder seiner Führungsgarde in Sippenhaft: „Was beschlossen ist, das gilt.“ Vielleicht ist ja auch der Plan zur Rückholung von Karl-Theodor zu Guttenberg Teil der neuen Glaubwürdigkeits-Initiative. Jeder habe eine zweite Chance verdient. Wieso dann nicht auch der Ex-Verteidigungsminister? Insgeheim ist Seehofer ja auch längst der Ansicht, dass es seiner Landesregierung guttäte, wenn wieder etwas mehr Glamour und politische Rauflust einzöge. Es heißt, wenn Guttenberg wolle, könne man auch über eine herausgehobene Verwendung in Regierungsdiensten nachdenken. Vielleicht auch im Zusammenhang mit dem im Juni 2015 im Bergschloss Elmau tief im Bayerischen stattfindenden G7-Gipfel. Dann könnte zu Guttenberg eventuell als Grußaugust formvollendet wieder aus dem politischen Nichts auftauchen.

Borussia Dortmund steht derzeit überraschend ziemlich weit unten in der Tabelle der Fußball-Bundesliga. Und das trotz seines Riesen-Motivators JürgenKloppoKlopp. Sollte Klopps BVB-Trainerkarriere abrupt zu Ende gehen, dann hat der nimmermüde CDU-Politiker Wolfgang Bosbach schon mal eine Ersatzverwendung für ihn ins Spiel gebracht: Würde es der AfD gelingen, statt des bieder wirkenden Bernd Lucke Jürgen Klopp ins Rennen zu schicken, dann könnte die Partei spielend ein zweistelliges Ergebnis einfahren. Denn, so Bosbach: Über Personen lässt sich Politik immer vermitteln. Na, dann hoffen wir mal, dass Klopp und seine Borussia noch recht lang gemeinsam durchhalten.



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