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00:00 11.02.2014
Von Dieter Wonka
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Mal ehrlich: Horst Seehofer, die Personifizierung des bayerischen Volksstimmungsbarometers, treibt es doch von Parteitag zu Parteitag, von Interview zu Interview politisch viel doller als die Schweizer Einmal-Nein-Sager zur europäischen Freizügigkeit. Oft genug hat der CSU-Chef praktische Politik dadurch erpresst, dass er vorhandene Stimmungen krass verstärkt und zur unverzichtbaren Tagesforderung erklärt hat. Alles ganz ohne wirkliche Rücksprache mit dem echten Volk. Genauso schnell verschwand das meiste aus seinem weiß-blauen Forderungskatalog auch wieder in der Versenkung, sobald bedrohlich erscheinende Parteitage, Wahlen oder Konferenztermine vorbei waren.

Das alles haben die Schweizer mit ihrem haarscharfen 50,3-Prozent-Votum zur Abwehr einer „Masseneinwanderung“ nicht angerichtet. Sie haben denkbar knapp der Politik signalisiert, es läuft etwas schief bei einem Ausländeranteil von 25 Prozent. Es gibt Unbehagliches an der Globalisierung. Es herrscht Antwortbedarf in einer mobilen, fremder werdenden Heimat. Nicht alles lässt sich kaufen, handeln und mit Bankgeschäften erledigen. Das hat noch nichts mit Rosinenpickerei in einer auf grenzenlosem Geschäft beruhenden Verquickung mit der Europäischen Union zu tun. Es ist noch nicht einmal so plump wie bestimmte Seehofer‘sche Stammtisch-Parolen.

Natürlich ist es eine Provokation, dass sich rechtsradikale Populisten auf alles stürzen, was ihnen Nahrung im Kampf gegen Toleranz und Freiheit sichern könnte. Und die EU ist aufgefordert, eigene Werte herauszustellen und den Schweizern glasklar zu vermitteln, Eine Politik der versuchten Abschottung schadet der Hochexportnation Schweiz zuallererst. Aber nichts wird besser durch Pawlow‘sches Gekeife hierzulande über scheinbar rückhaltlos rückständige Alm-Öhis. Zuwanderung geht einher mit einem gewissen Gefühl der Unbehaglichkeit. Das ist politisch nicht ganz korrekt. Aber nicht darauf einzugehen oder diesen Tatbestand einfach wegschimpfen zu wollen, ist noch viel schlimmer. Denn es lässt die Menschen mit ihren Sorgen allein.



OZ

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