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Kommentar In’e DDR gew’t alls, blot nich tau köpen!
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00:00 09.01.2018
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Peter Voss hett Ecki Prahl up See kenn’nlihrt. Ecki wier Maschinist up dat grote Mudderschipp von’t Fischkombinat un Peter, dei Biolog von’t Forschungsinsti-tut, ünnersöchte up dat Schipp dei Fisch, dei dei Taubringer fungen harrn. Dat möt 1968 vör Labrador wäst sin. Beid hebben fix Fründschaft schlaten un sick späder an Land oft mit ehr Fomilien tau Fierlichkeiten drapen. Sei hebben sick oewer ok, so as dat in’e DDR gang un gäw wier, väl gägensietig hulpen.

Wolfgang Mahnke (80)

ist Niederdeutsch-Autor.

Für die OSTSEE-ZEITUNG schreibt der Rostocker

plattdeutsche Texte.

Peter un sien Fru harrn nah dei Labradorreis denn’ dunn noch ledigen, jung-schen Prahl tau Kaffee un Kauken in ehr Wahnung inlad. Dat wier Eckis ierst Besäuk bi dei Vossens. As hei eins ut dei Büx müsst, verklorte Peter em, dat dat Priwee in’t Bad tau finn’n wier. Kum dat Ecki wedder in’n Sessel set, säd hei:

„Du hest juch ‚Örtchen‘ gaut in Farw, oewer dor hüren Kacheln an’e Wand un Fliesen up’n Bodden.“

„Weisst du, dat dit Hus tau dei KWV (Kommunale Wohnungsverwaltung in der DDR) hürt? Dei wiesen mi ’n Vagel, wenn’k ehr mit so’n Ansinn’n kam!“

„Lat doch dei KWV bisiet, dat kriegen wi beid ok ahn dei ehr Hülp fardig!“

Dat Ecki Hinz un Kunz kenn’n ded un babentau ’n grotorrigen Organisator wier, wüsst Peter, liekers harr hei sien Bedenken. Man dei verschwünn’n nah un nah, as Ecki mit sienen Plan rutkem: Nich wiet af von Rostock würd grad ein Heim mit ’n Schwemmbad för Regierungsböwelste bugt. Sien Schaulfründ wier dor Buleiter. Dei müsst dat Materialproblem lösen un ein’n Fliesenlegger warm maken. Dorüm würd hei sick kümmern.

„Dei ‚Keramik‘ kann oewer ierst an’e Wand, wenn Kabel för dei Lampen unner Putz liggen un Steckdosen, ‚Feuchtraum‘ versteiht sick, installiert sünd.

För denn’ Elektriker büst du, Peter, taustännig. Un nu tau dei Bitahlung: Geld will keiner hebben. Wi bruken gaude Köder, up’n blanken Haken bit hüt keiner mihr. Woans süht dat mit Westfusel bi di ut?“ Peter verklorte Ecki, dat hei tau dei „Judendweihe“ von sien lüttst Dochter in’n Seemanns-Shop ein KistAsbach“ för sien „Basarschiens“ intuscht harr un drei Buddel dorvon oewer- bläben sünd.

„Dei kamen uns gaut taupass“, säd Ecki, „reiken oewer nich ut. Wat wi noch bruken is Fisch, so an vier, fief Kartons Filet! Alls anner löppt denn von allein. Oewer ierst bruken wi as Vörkass denn’

Fisch, versteihst Peter?“ Ecki harr Peter nich ümsüss dat „Fischbesorgen“ upnackt. Hei wüsst woll, dat in ein’n Ver-schlag in’t Käuhlhus orrig ’n poor Kartons mit dei Upschrift: „Wissenschaft-liche Proben für das Fischinstitut“ inlagert wiern, oewer in weck dorvon ok „Heimatware“, nämlich handschnäden Filet, verstäkt wier.

Annern Dag sprök Peter mit einen Kraftfohrer von’t Fischinstitut af, dat dei von’t Käuhlhus fief Kartons „Fischproben“, dei denn all up dei Ramp prad stünn’n, afhalen, oewer nich tau’t Institut, sonnern för ein Buddel „Nordhäuser“ tau em nah Hus bringen süll. Dornah güng hei nah ’n Fischeriehaben dal un sprök mit sienen Fründ, denn’ Schippselektriker, dei Sak mit Kabel un Steck-dosen af un verprök em, för Material un Arbeit ein Buddel Asbach. Ecki wier intwüschen ok nich ful wäst. Dei Fischkartons harr hei mit sien’n „Saparoshez“ bi Peter afhalt, tau dei Afnähmers karrt un dormit gliek ok dei ehr Upgawen per Handschlag fastmakt. Un denn löp alls vörfäutsch af: Dei Schippselektriker kreg nah sien Daun dei ierst Asbach-Buddel. Anner Woch bröchte spät an’n Abend ein Barkas dei Keramik un dei Fohrer kreg för sien Taugaw, ein grot, nagelnieg hellblag Handwaschbecken, dei tweit Asbach-Buddel. An’t nehgst Wochenend muerte dei Fliesenlegger dei Kacheln an’e Wand, dei Fliesen up’n Fautbodden unsowieder. As hei drei Daag späder mit dat Verfugen trecht wier, kreg hei dei drüdd’t Asbach-Buddel.

Nich mal ein Maand wier nah Eckis Besäuk bi dei Vossens vergahn un dei harrn nu ein Bad, wat mit dei gletscherblagen un schneiwitten Kacheln, dei griesme-lierten Fliesen un dat grote Handwaschbecken näben dei Wann tau ein Schmuckstück in ehr Wahnung worden wier. Ahn dei „staatlichen Zuschüsse“ as Keramik un Fisch wier’t natürlich nix worden. Peter oewer brukte nich deip in sien Tasch tau langen.

Dei Buddel Nordhäuser för denn’ Kraftfohrer un dei Kist Rostocker Pilsner, dei hei för dei Handwarker springen laten harr, makten man grad 36.00 DDR-Mark ut!

Wolfgang Mahnke

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