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Junge aus Güstrow ins Ausland entführt: Das Versagen des Staates

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07:18 20.01.2020
Die Entführung eines Jungen aus Güstrow und die nun laufenden Ermittlungen internationaler Polizeibehörden kommentiert OZ-Reporter-Chef Andreas Meyer. Quelle: Arno Zill
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Rostock

Ein Satz des Jugendamtes im Landkreis Rostock bringt René Brügmanns Problem auf den Punkt: „Das Jugendamt ist an der Rückholung mangels Zuständigkeit nicht beteiligt.“ Für den Vater aus Güstrow, dessen Sohn von der eigenen Mutter nach Bolivien entführt wurde, ist das ein Schlag ins Gesicht. Ein Kind ist weg, verschleppt ans andere Ende der Welt, ohne ein Lebenszeichen seit Wochen – und Ämter und Behörden halten nur an Paragraphen fest.

Mehr lesen: Kindesentführung: Jede Woche verschwindet in MV ein Kind

Angeblich können und konnten sie nichts machen. Dabei hat der Vater seit Jahren immer wieder Indizien vorgelegt, dass seine Frau sich ins Ausland absetzen will – samt der Kinder. Chat-Protokolle und eidesstattliche Versicherungen lagen den Gerichten und Behörden vor. Doch das alles reicht den Institutionen des Staates nicht. Sie handelten nicht. Jetzt ist Niklas Gott weiß wo! Wie es ihm geht und ob er seine Familie in MV jemals wiedersehen wird – völlig offen.

Mehr lesen: Niklas (4) nach Bolivien entführt: Haben die Behörden in MV versagt?

Mehr als nur Akten und Paragraphen sehen

Die deutschen Polizeibehörden tun ihr Möglichstes, sind aber auf die Hilfe aus dem Ausland angewiesen. Das alles wäre gar nicht nötig gewesen, wenn sich die Institutionen dieses Staates die Mühe gemacht hätten mehr als nur Akten und Paragraphen zu sehen. Im Fall Niklas hat der Staat bisher versagt.

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