Kommentar: Abstandsregel für Theater in MV gekippt
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Kommentar Abstandsregel für Theater in MV gekippt: Gut so!
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Kommentar: Abstandsregel für Theater in MV gekippt

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11:42 26.06.2020
Der Theatervorplatz in Rostock soll zur Spielfläche werden.  Quelle: Dorit Gätjen
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Schwerin

Es war schwer vermittelbar, warum man zwar von Mallorca nach Deutschland fliegen darf – dicht gedrängt. Hier aber im Theater Mega-Abstand halten soll als Gast, während man im Kino wiederum enger beieinander sitzen darf. Schwer vermittelbar. Und: schwerer Unsinn.

Theater hätten laut einer neuen Verordnung pro Gast zehn Quadratmeter vorhalten müssen. Häuser wie das Volkstheater in Rostock dürften da gerade mal 46 Menschen reinlassen. Für kleine Bühnen, wie die Kleine Komödie in Warnemünde, die Bühne 602 im Rostocker Stadthafen oder die Theaterwerft in Greifswald, wären sechs Gäste erlaubt gewesen. Kann man zwar machen, muss man aber irgendwas zwischen 100 und 500 Euro Eintrittsgeld pro Gast fordern. Sonst ruinieren sich die Theater selbst.

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Von daher war es gut, richtig und konsequent von Kultusministerin Bettina Martin, diese unsinnige Regelung innerhalb eines Tages wieder zu kassieren. Die Theater, Konzerthäuser, Clubs und Opern dürfen nun wie im Einzelhandel, im Kino oder der Gastronomie mit der 1,5-Meter-Abstandsregel arbeiten. Das macht die zwar noch nicht glücklich, ist aber ein Anfang. So wächst langsam wieder ein Stück Kulturleben im Land, auch wenn sich selbst diese Regelung für die meisten Anbieter auf Dauer noch lange nicht lohnt.

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Von Michael Meyer