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Kommentar Höhere Benzinpreise in MV: Wenig Klimaschutz für viel Geld
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Kommentar: Höhere Benzinpreise in MV: Wenig Klimaschutz für viel Geld

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19:30 30.12.2021
Benzin und Diesel werden teurer. Für Autofahrer in MV heißt das, kleiner Effekt fürs Klima, großer Effekt fürs Portemonnaie – kommentiert OZ-Redakteurin Michaela Krohn.
Benzin und Diesel werden teurer. Für Autofahrer in MV heißt das, kleiner Effekt fürs Klima, großer Effekt fürs Portemonnaie – kommentiert OZ-Redakteurin Michaela Krohn. Quelle: Carsten Koall
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Alles wird teurer – daran haben wir uns längst gewöhnt. Wer auf sein Auto angewiesen ist, bekommt es aber besonders zu spüren. Denn ab Januar werden Diesel und Benzin je um etwa 1,5 Cent teurer. Grund ist die höhere CO2-Bepreisung, die die Bundesregierung in diesem Jahr eingeführt hatte. Verbraucher sollen so animiert werden, weniger mit dem Auto zu fahren und auf klimafreundlichere Heizsysteme zu setzen.

Der Klimaschutz wird so im Portemonnaie eines jeden Autofahrers verhandelt. Für wenig Autokilometer gibt es viel Klimaschutz. Dumm nur, dass es in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern viele trifft, die auf ihr Auto angewiesen sind. Zehntausende pendeln täglich zur Arbeit – nicht wenige mit dem eigenen Auto. Sie müssen in den sauren Apfel beißen.

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Der Effekt für den Klimaschutz dürfte bescheiden ausfallen, der Effekt im Portemonnaie hingegen groß. Zudem wird Tanktourismus so weiter angeregt: Wer etwas günstiger tanken kann, fährt schon mal ein paar Kilometer weiter. Und schwuppdiwupp sind mehr Emissionen entstanden als eingespart wurden.

Wer Klimaschutz will, muss zahlen. Cleverer wäre es aber, öffentlichen Nah- und Fernverkehr endlich attraktiver und günstiger zu machen.

Von Michaela Krohn