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06:29 26.07.2019
Es braucht eine Bestandsregulierung der Kormorane meinst OZ-Redakteur Volker Penne.
Es braucht eine Bestandsregulierung der Kormorane meinst OZ-Redakteur Volker Penne. Quelle: Frank Söllner / DPA
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Rostock

Die großen Wasservögel sorgen in MV seit Jahren für Wirbel. Kein Wunder. 60 Prozent des bundesweiten Kormoranbestandes findet man im Nordosten. Aktuell leben hier allein 14 000 bis 15 000 Brutpaare. Und die Koloniebrüter, die gut schwimmen und tauchen können, fressen vor allem eines gerne: Fisch. Um die 500 Gramm sind es pro Tier und Tag.

Damit sind sie die Hauptkonkurrenten der Fischer. Diese stellen nicht in Frage, dass bedrohte Tierarten geschützt werden müssen. Doch angesichts der Vielzahl der schwarzen Vögel sehen sich vor allem die Binnenfischer in ihrer Existenz bedroht. Ihre Frage, wie weit Artenschutz gehen darf, ist nachvollziehbar.

Das Argument des Naturschutzbundes, dass Kormorane vor allem Weißfisch fressen und deshalb die Schäden in natürlichen Gewässern wirtschaftlich nicht relevant seien, überzeugt nicht. Spielen doch beispielsweise Blei, Plötze und Rotfeder für Raubfische eine große Rolle. Zudem ist die Nachfrage der Kunden nach Weißfisch groß. Allein der Dabeler Fischer Klaus-Dieter Dehmel könnte locker 200 Tonnen zusätzlich im Jahr vermarkten. Bliebe der Streit um Entschädigung.

Sinnvoller wäre eine Bestandsregulierung, die den Kormoran sicher über- und Fischer gut leben lässt.

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Volker Penne