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Kommentar Wie wir uns mit der Billig-Kultur selbst schaden
Mehr Meinung Kommentar Wie wir uns mit der Billig-Kultur selbst schaden
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07:47 06.07.2019
Dass viele Lebensmittel in Deutschland so billig sind, hat nicht nur gute Seiten, findet OZ-Redakteur Gerald Kleine Wördemann. Quelle: Frank Söllner/Montage: OZ
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Rostock

Der Vorschlag provoziert, und das ist sicher so gewollt: Einen Mindestpreis für Brot und Brötchen fordert der Landesinnungsmeister des Bäcker- und Konditorenhandwerks. So könne die vom Aussterben bedrohte Bäcker-Zunft der Billigkonkurrenz mit der Aufback-Ware trotzen. Was soll denn das? Zurück in die Planwirtschaft, als der Staat jeden Preis festlegte? Nein, so abwegig, wie manche denken, ist der Vorschlag nicht. Es wäre eine Art Achtungszeichen dafür, dass Lebensmittel einen Wert haben, genauso wie die Arbeit der Menschen, die sie herstellen.

Die deutsche Billigkultur hat diesen Zusammenhang verdrängt. In keinem anderen Land geben die Menschen so wenig ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Fertig-Pizza für 99 Cent in der 30 000 Euro teuren Küche? Kein Problem. Die Kosten der Geizkragenkultur tragen etwa afrikanische Erntehelfer in Spanien, die unter sklavenähnliche Bedingungen leben. Sowie wir selbst, wenn die Gülle von der Massentierhaltung unser Grundwasser verseucht. Und auch die traditionellen Lebensmittelbetriebe, die auf der Strecke bleiben. Dass der Schrippen-Mindestpreis jemals kommt, ist nicht so wahrscheinlich. Aber allein die Diskussion darüber ist schon viel wert.

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Gerald Kleine Wördemann

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