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06:29 26.02.2019
OZ-Redakteurin Virginie Wolfram kommentiert die hohe Durchfallquote bei Fahrschülern. Quelle: Arno Zill
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Rostock

Immer mehr Menschen fallen bundesweit durch die Führerscheinprüfung (44 Prozent lautet die Quote in der Theorie). Die Gründe, warum so viele versagen, sind vielschichtig. Die Theorieprüfungen seien schwieriger geworden, sagen einige Verkehrsexperten. Früher lernte man Dutzende Bögen mit den immer wiederkehrenden Fragen auswendig. Heute müssen die Prüflinge in Videos komplexe Situationen jeweils neu bewerten – und auch verstehen.

Außerdem haben sich die Prioritäten junger Menschen verändert. Oft spielen im entscheidenden Alter Schulstress, diverse Hobbys oder die Wahl für Studium oder Ausbildung die wichtigste Rolle. Der Führerschein hat – zumindest in Städten wie Rostock und Schwerin – für manchen einen geringeren Stellenwert als früher. Dass es mit hoher Motivation besser klappt, zeigen die Zahlen derer, die unbedingt schon mit 17 Jahren begleitetes Fahren lernen wollen, denn hier fallen weniger durch (32 Prozent).

Falsche Selbsteinschätzung

Fahrlehrer berichten zudem von falschen Selbsteinschätzungen. Oft bräuchten die Schüler mehr Stunden, wollten aber schnell in die Prüfung. In Zeiten von Onlinebewertungen sind viele Durchfaller auch für das Image der Fahrschule schlecht. Es sollte also in beiderseitigem Interesse sein, dass die Schüler optimal vorbereitet sind. Lieber einmal mehr üben, als am Ende eine Extra-Prüfungs-Runde zu drehen.

Virginie Wolfram