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Kommentar Mordprozess Maria K.: Wegsperren reicht nicht
Mehr Meinung Kommentar Mordprozess Maria K.: Wegsperren reicht nicht
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21:56 20.08.2019
Hätte der Mord an Maria K. verhindert werden können? Auch dieser Frage muss beim Prozess, der Dienstag in Stralsund begann, nachgegangen werden, meint OZ-Redakteur Gerald Kleine Wördemann. Quelle: dpa/OZ
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Zinnowitz

Was ist da bloß schiefgelaufen? Diese Frage drängt sich auf, je mehr Details über die Umstände der unfassbar grausamen und sinnlosen Ermordung der 18-jährigen Maria K. aus Zinnowitz bekannt werden. Was bringt zwei junge Männer dazu, einen brutalen Mord zu begehen, nur wegen des Erlebnisses, wegen des „Kicks“, den sie sich offenbar davon versprachen?

Bei dem Gerichtsverfahren darf es deshalb nicht nur darum gehen, zwei Täter zum Schutz der Allgemeinheit so lange wegzusperren, bis sie keine Gefahr mehr darstellen – falls das Gericht ihre Schuld für bewiesen ansieht. Die Entwicklung der Täter, ihre Eltern, ihre Freunde, das alles muss unbedingt durchleuchtet werden. Haben vielleicht Lehrer, Freunde, Ärzte und Eltern mögliche Warnsignale übersehen? Einer der Anklagten ist offenbar psychisch gestört.

Hintergründe müssen aufgeklärt werden

Bilder vom Prozessauftakt im Mordfall Maria K. am Landgericht Stralsund

Der Prozess bietet die Chance, zu verstehen, was in den Köpfen von Menschen, die so etwas tun, vorgeht. Er könnte dazu beitragen, dass es zu ähnlichen Verbrechen gar nicht erst kommt. Es geht nicht darum, durchgeknallten Tätern eine Bühne zu geben. Sondern um vollständige Aufklärung und darum, dass so etwas nicht wieder geschieht. Das gebietet auch der Respekt vor Maria K..

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Angeklagter: „Da war kein Kick“ – So verlief der Prozessauftakt im Mordfall Maria K.

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Von Gerald Kleine Wördemann

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