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Kommentar Schieflage im Deutschen Sport
Mehr Meinung Kommentar Schieflage im Deutschen Sport
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08:52 09.09.2019
Michael Meyer Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Es läuft was schief im Deutschen Sport. Seit Jahrzehnten. Wobei die Schere Jahr für Jahr weiter auseinandergeht. Während sich jugendliche Fußballprofis entscheiden müssen, ob sie im Ferrari oder im Bentley zur Arbeit fahren und welche Frisur ihnen ihr Starcoiffeur verpasst, nagen Sportler anderer Disziplinen, ob mit Medaillen behängt oder nicht, am Hungertuch. 150 Euro sind für eine Ruderweltmeisterein, die in Polizeiuniform zu Wettkämpfen fährt, damit die Bahnfahrt frei ist, eine Welt und eine große Freude.

Man sollte sich hüten, eine Neiddebatte zu entfachen. Aber man sollte sich ebenso hüten, alles, was schief hängt, in die Schublade Neiddebatte zu schieben. Alle Jahre wieder bei Olympia freut sich die Nation über Werfer, Radfahrer, Deutschland-Achter, Turmspringer, Segler, die Medaillen abgreifen, und danach verschwinden die Sportarten wieder in der telegenen Mottenkiste – 90 Sekunden am späten Samstagabend oder in den Regionalprogrammen. Wenn eine Handball-WM läuft, sieht man im Fernsehen eher ein Fußballspiel der U-21-Nationalmannschaft, als die Stars dieses Sports.

Wenn wir als Gesellschaft nur auf Quote gucken und Sportler, die nicht gegen den Ball treten, so abseitig behandeln und sie auch finanziell eher bescheiden ausstatten, während Kicker nicht mehr wissen, wohin mit ihren Millionen, wird es auch auf der Erfolgsschiene eng. Und langweilig ist es auch.

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Hannes Ocik: Ruder-Weltmeister im Deutschland-Achter

Malte Winkel und Matti Cipra vom German Sailing Team

Lena Meißner: Triathletin aus Neubrandenburg

Von Michael Meyer

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