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Kommentar 30 Jahre nach dem Mauerfall: Ostdeutsch – na und?
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07:38 08.11.2019
Frank Pubantz kommentiert die Umfrage zur Unzufriedenheit Ostdeutscher 30 Jahre nach dem Mauerfall. Quelle: Tilo Wallrodt
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Rostock

Bin ich Ostdeutscher? Dem Geburtsort und Lebensverlauf nach ja. Wie auch Rostocker, Deutscher und Europäer. Ich gebe zu: So wichtig ist mir das nicht. Viele Menschen in MV sehen das anders, 41 Prozent heben ihre ostdeutschen Wurzeln hervor.

Komischerweise ist diese Identität offenbar Folge der Nachwendezeit. Früher machten wir Witze über Sachsen und amüsierten uns über die Mundart in der Magdeburger Börde. Was also eint plötzlich die Menschen in den frischen Bundesländern?

Klar, da ist die Unzufriedenheit über die spät erblühten Landschaften – aber sie blühen. Viele jedenfalls. Marode Städte und Straßen sind wieder in Schuss. Die Arbeitslosigkeit ist erheblich gesunken. Junge Menschen können sich heute Jobs aussuchen.

Nicht alles ist perfekt. Doch da ist die Freiheit. Zu tun und zu sagen, was man möchte – ohne anderer Ehre zu verletzen – ist ein Geschenk. Wer meint, die Meinungsfreiheit wäre heute wieder beschnitten, macht womöglich nur Stimmung als Selbstzweck. Schon vergessen, wie das war, wenn man in der Schule Poster von Rock-Bands dabei hatte und deshalb fast von der Schule flog? Oder Schlimmeres?

Wer aufsteht und losläuft, kommt ans Ziel. Auch als Ostdeutscher.

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Von Frank Pubantz