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Kommentar Totgesagte leben länger
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06:25 24.04.2019
OZ-Redakteur Volker Penne kommentiert den Rückzug der Automarke Lada aus Deutschland. Quelle: Thomas Körbel (dpa) / Frank Söllner
Rostock

Er war kantig, knapp vier Meter lang und kein Schönling. Seine 53 PS machten ihn nicht zum Sprinter und der knurrige Motor erwies sich als durstig. Preislich aber schien er 1993 fast unschlagbar: der Lada Samara. Den 11 990 Mark teuren Dreitürer nahm ich damals intensiver in Augenschein.

Nach der Wende hatten viele Auto-Experten den russischen Fabrikaten auch in Ostdeutschland das Aus prophezeit. Angesichts der Attraktivität der modernen Westfabrikate und japanischen Vielfalt schienen die Lada-Gefährte chancenlos. Die Autobauer an der Wolga bauten auf Solidität und drehten an der Preisschraube. Mit überschaubarem Erfolg – gerade im Einsteiger-Segment.

Robuste Technik, wenig Firlefanz und gut reparierbar sind immerhin Argumente, die Puristen in der Autoszene überzeugen. Nicht zuletzt der Allrader „Taiga“ – hierzulande bis 2013 als „Niva“ im Angebot – fand und findet seine Käufer. Ein kultiger und vor allem echter Offroader.

Doch auch dieses Modell scheitert an den künftigen, EU-weit geltenden Abgasnormen. Der vorläufige Rückzug der Marke Ende des Jahres aus Deutschland und Westeuropa ist da folgerichtig. Das Aus indes droht nicht. Denn Totgesagte leben länger.

Volker Penne

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