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Kommentar Ultimatum gegen Stralsunder Werft ist ein Warnschuss
Mehr Meinung Kommentar Ultimatum gegen Stralsunder Werft ist ein Warnschuss
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18:50 21.06.2019
OZ-Redakteur Benjamin Fischer kommentiert die Unruhe auf der Stralsunder Werft.
OZ-Redakteur Benjamin Fischer kommentiert die Unruhe auf der Stralsunder Werft. Quelle: OZ-Montage
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Stralsund

Wer glaubte, dass nach der Übernahme durch Genting wieder das alte Schiffbauer-Leben auf der Stralsunder Werft einziehen würde, hatte ohnehin Zweifel. Dafür blieb es dort zu lange ruhig.

Im Vergleich zu den anderen zwei Standorten der MV-Werften in Wismar und Rostock zogen die Mitarbeiterzahlen in Stralsund deutlich später an und liegen mit 650 Menschen auf einem geringeren Niveau. Die Hoffnungen waren andere. Gerade, weil der Schiffbau in Stralsund nach der Pleite mit den Scandlines-Fähren komplett eingestellt worden war.

Werftensprecher versucht, die Sache runterzuspielen

Wirtschaftsminister Harry Glawe bemühte sich gestern redlich, Gerüchte zu entkräften, wonach auch das neueste Schiff aus Stralsund, die erste Endeavor-Yacht, zu schwer geworden sei, was ein Grund für Verzögerungen sein könnte. Ein Werftsprecher versuchte die Sache gleich ganz herunterzuspielen und bezeichnete die Probleme als „daily business“.

Wenn ein Gesellschafter aus Malaysia anreist, um Fortschritte persönlich zu überprüfen, unzufrieden ist und dann die Drohung ausspricht, den Bau eines Schiffes im dreistelligen Millionenbereich an einen anderen Standort zu verlegen – das ist kein daily business, sondern ein Warnschuss.

Diese Kreuzfahrtschiffe werden in MV gebaut:

Höher, länger, breiter: Diese Kreuzliner entstehen in Mecklenburg-Vorpommern. Werftstandorte sind in Rostock-Warnemünde, Wismar und Stralsund.

Benjamin Fischer