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Millionen-Überschüsse: Kammern sollten die Beiträge senken

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09:17 21.01.2020
Viele Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und andere berufsständische Kammern haben hohe Rücklagen angehäuft. Das kommt nicht überall gut an – und ist nicht im Interesse der Mitglieder, die die Kammern nicht verlassen können, kommentiert OZ-Reporter Thomas Luczak. Quelle: dpa und Arno Zill
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Rostock

Gut gefüllte Kassen: Die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern verzeichnet etwa 8,7 Millionen Euro Rücklagen, die Industrie- und Handelskammer zu Rostock hatte Ende 2017 etwa 8,4 Millionen auf der hohen Kante. Ob das als Notgroschen für schlechte Zeiten durchgeht, lässt sich nicht pauschal beurteilen. Ebenso wenig, ob das gesamte Geld für konkrete Projekte eingeplant ist.

Mehr lesen: Wirtschaftsverbände in MV horten Millionen – wollen aber Beiträge nicht senken

Fakt jedoch ist: Dies sind keine Einzelfälle. Bundesweit haben viele berufsständische Kammern Beiträge ihrer Mitgliedsbetriebe dafür verwendet, hohe Rücklagen zu bilden. Kein Wunder, dass der Druck auf die Einrichtungen der wirtschaftlichen Selbstverwaltung steigt. Größter Kritikpunkt: Den Kammern fehlt das wichtigste demokratische Regulativ – die Möglichkeit, als Mitglied die jeweilige Kammer zu verlassen. Denn Parteien, Vereinen oder Kirchen kann man den Rücken kehren, Kammern nicht.

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Im Sinne der Mitglieder agieren

Umso wichtiger ist es, dass sie ihre Mitglieder kompetent vertreten. Ihnen Arbeit abnehmen. Und dabei immer transparent und sparsam agieren. Also auch Beiträge senken, wenn wiederholt größere Überschüsse anfallen. Schätze anzuhäufen ist sicher nicht im Sinne der Kammer-Mitglieder. Und darüber hinaus seit Jahren verboten.

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