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Kommentar Mit dem Diplom durch die Wand
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Kommentar von OZ-Landeskorrespondent Frank Pubantz zur Hochschulakkreditierung
Kommentar von OZ-Landeskorrespondent Frank Pubantz zur Hochschulakkreditierung Quelle: Montage: Cassandra Voigt/dpa
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Schwerin

Gegen alle Warnungen setzt MV in der Hochschulpolitik weiter auf Alleingang, weil es so im Koalitionsvertrag von SPD und CDU steht. Basta! Schon vor Jahren ließ der damalige Bildungsminister Mathias Brodkorb den Kampf um den Erhalt des Titels „Diplom-Ingenieur“ eröffnen, seiner Nachfolgerin Birgit Hesse kommt nun die Freude der Umsetzung zu.

Da den 15 anderen Bundesländern und Europa erst recht das Diplom aber schnuppe ist, will MV nun die Pflicht zur Qualitätskontrolle aus dem Landesgesetz streichen. Was für ein Signal! Auch wenn die Regierung beteuert, die Qualität solle auf andere Weise gesichert werden; allein die Botschaft ist fatal. MV setzt seinen Egotrip in den akademischen Weiten fort. Das kann gewaltig nach hinten losgehen, Studenten abschrecken, sogar die Anerkennung von Abschlüssen behindern.

Das Diplom soll ein Alleinstellungsmerkmal sein. Aha. Ganz Europa verteilt Master-Grade, nur ein kleines Bundesland schert aus, jetzt auch bei Qualitätskontrolle. Viel wichtiger wären jedoch vergleichbare Standards für Abschlüsse an deutschen Hochschulen und deren hohe – einheitliche – Qualität, gleiche Chancen für Absolventen. Den Kopf durchzusetzen, scheint der Politik hier allerdings wichtiger zu sein.

Beitrag zum Thema: MV will Alleingang wegen Diplom – Wirtschaft warnt vor „Studium light“

Frank Pubantz

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