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Kommentar Weniger Raps ist ein Dilemma
Mehr Meinung Kommentar Weniger Raps ist ein Dilemma
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14:04 28.11.2018
Quelle: Montage: Cassandra Voigt/dpa
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Rostock

Leuchtende Rapsfelder gehören zu Mecklenburg-Vorpommern wie der Wellenschlag der Ostsee. Doch die Ölfrucht ist auf vielen Feldern nun schon das zweite Jahr in Folge schlecht aufgelaufen. Verständlich, dass Landwirten das die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Fehlt Raps, bricht eine ihrer wichtigsten Einnahmequellen weg. Nach der Missernte 2018 drohen nun auch im nächsten Jahr beträchtliche Ernteausfälle.

Dass die Region deshalb ihr Markenzeichen verliert, ist jedoch nicht zu befürchten. In anderen Gegenden stehen die Jungpflanzen so gut, dass die Bauern dort das Wachstum schon chemisch bremsen. Denn so unschuldig wie die Blütenpracht im Frühling scheint, ist sie nicht. Damit Raps gedeiht, wird vorher kräftig gegen Unkraut und Insekten gespritzt. Ein Teil dieser Gifte wird nun im Frühjahr nicht gebraucht. Das hat auch sein Gutes. Zumal so mancher Betrieb schon seit Jahren mehr Raps anbaut als die gute fachliche Praxis erlaubt. Zu viel Raps schadet Umwelt und Böden.

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Problematisch ist viel mehr, dass die Landwirte wirtschaftlich kaum Alternativen zu Raps und Getreide haben. Futtererbsen, Lupine oder Klee bringen schlechtere Erlöse, damit können die Bauern ihre Höfe nicht über Wasser halten. Das ist das eigentliche Dilemma.

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Elke Ehlers

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