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Kommentar Essen gehört nicht in den Müll!
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18:31 19.05.2019
Noch immer landen große Mengen Lebensmittel in der Tonne. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Rostock

In Mecklenburg-Vorpommern landen immer noch große Mengen Nahrungsmittel im Müll. Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, wird es kaum besser. Schon 2015 hat der Landtag das Schweriner Kabinett beauftragt, etwas gegen die Verschwendung zu unternehmen. Doch die Politik lässt das Thema links liegen. Nicht einmal eine Arbeitsgruppe wurde gegründet. Dabei kann es doch nicht so schwer sein, dass sich Händler, Hersteller, Bauern und Verbraucher über gute Beispiele austauschen. Wenn Best-Practice-Lösungen, die es im Land ja gibt, andernorts nachgenutzt werden, wäre das wenigstens ein Anfang. Dass eine Regierung Landtagsbeschlüsse ignoriert, darf man ihr nicht durchgehen lassen.

Nach einer Studie der Umweltstiftung WWF werden etwa 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel pro Jahr in Deutschland weggeworfen. Welch enorme Vergeudung! Experten haben errechnet, dass die Landwirte somit 2,6 Millionen Hektar Acker, also 15 Prozent der Fläche, bewirtschaften, deren Produkte in der Tonne landen. Arbeit für die Tonne, praktisch umsonst. Schon um Klima und Ressourcen zu schonen, muss das ein Ende haben. Erst recht aber vor dem Hintergrund, dass weltweit rund 900 Millionen Menschen Hunger leiden.

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Mehr lesen: Linksfraktion: Schweriner Kabinett tut zu wenig gegen Lebensmittelverschwendung

Essen gehört nicht in den Müll! Weder im Privathaushalt noch in Gaststätten oder Supermärkten. Es gibt viele Wege, dies zu verhindern. Wo auf Salz, Zucker oder Nudeln unsinnigerweise noch das Mindesthaltbarkeitsdatum prangt, muss dies endlich abgeschafft werden. Außerdem sollte die Politik die Weichen dafür stellen, dass Verschwendung in Handel und Gaststätten bestraft werden. Was im EU-Land Frankreich machbar ist, sollte auch in Deutschland möglich sein. Außerdem: Warum setzt sich nicht durch, dass Händler ihre Waren vor Ladenschluss billiger verkaufen oder Bäcker das Brot vom Vortag zum halben Preis anbieten? Städte wie Hamburg, Berlin oder Dresden machen vor, dass es geht.

Elke Ehlers

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