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09:19 04.06.2018
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Seit Jahren ächzt die Wirtschaft unter einem Problem: der immer schlechter werdenden Zahlungsmoral. Vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind betroffen, am meisten jene, die sich ohnehin am Rande der Zahlungsunfähigkeit bewegen. Obwohl es seit 2000 das Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen gibt, hat sich das Problem kaum entschärft. Die Zahl der Firmen, die auf Grund ausstehender Gelder in Bedrängnis geraten, wächst. Das Bündnis für Arbeit in Mecklenburg-Vorpommern, voran mit Wirtschafts- und Justizminister, hat sich der Sache angenommen und ein Ergebnis vorgelegt. Eine Fibel mit vielen Tipps, 50 Seiten stark. Die Botschaft: Prüfe, bevor du dich bindest. Arbeite ordentlich, rechne richtig ab. Und gibt es dennoch Streit, gehe erst zum Schlichter, dann zum Richter. Denn die Gerichte sind überlastet. Für viele Unternehmer mögen die Ratschläge wichtig sein. Etliche aber werden sich hierzulande die Auftraggeber nicht aussuchen können. Sie müssen jeden Auftrag annehmen, schlechte Bedingungen und Preisdruck akzeptieren, um sich überhaupt über Wasser zu halten. Und oftmals ist die Zahlungsmoral gar kein Problem von Ehrlosigkeit: Manch einer kann nicht zahlen, weil er selbst auf sein Geld warten muss. Andere wollen nicht zahlen; das ist dann kriminell. Ob sich die Broschüre bewährt oder nicht, muss die Praxis zeigen. In jedem Fall gehen die Minister mit ihrer Fibel einen späten Schritt. Ein bisschen riecht es nach Wahlkampf: Seht her, ihr Unternehmer, wir tun doch was für euch.

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