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Kommentar Urteil zu Arbeitszeiterfassung: Firmen sind außer Kontrolle
Mehr Meinung Kommentar Urteil zu Arbeitszeiterfassung: Firmen sind außer Kontrolle
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19:00 14.05.2019
OZ-Reporterin Rabea Osol kommentiert das Urteil zur Arbeitszeiterfassung. Quelle: Frank Söllner/Jens Schulze
Rostock

Die Registrierung von Überstunden ist schon jetzt Pflicht. Dennoch arbeiten viele Angestellte regelmäßig über ihre Höchstarbeitszeit hinaus, ohne dafür entlohnt zu werden. Damit soll nun endgültig Schluss sein. Arbeitgeber müssen künftig die gesamte Arbeitszeit aller Mitarbeiter systematisch erfassen. Das wird jedoch schwer zu kontrollieren sein.

Viele Unternehmen setzen das Prinzip bereits um. Wer morgens ins Büro kommt, loggt sich ein und nach Feierabend wieder aus. Doch laut dem neuen Urteil vom Europäischen Gerichtshof gilt das jetzt auch im Außendienst und für Heimarbeiter. Wer unterwegs noch schnell ein berufliches Telefonat führt oder ein paar E-Mails verschickt, muss das ebenfalls dokumentieren.

Apps oder Computerprogramme sollen helfen. Doch sind sie sicher gegen Betrug? Wie wird verhindert, dass sich Arbeitnehmer per Klick zusätzliche Stunden anrechnen? Außerdem darf nicht vergessen werden, dass es bereits eine gesetzliche Verpflichtung gibt, die für die Einhaltung der rechtmäßigen Arbeitszeiten sorgen soll. Hapern tut es einfach an der Umsetzung – und das nicht ohne Grund: Nur 60 Inspektoren vom Landesamt für Gesundheit und Soziales betreuen in MV 60 000 Betriebe. Für bessere Kontrollen ist eindeutig mehr Personal nötig. Die meisten Firmen sind also buchstäblich außer Kontrolle. Das ginge anders.

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Rabea Osol

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