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Kommentar Kapitalismus pur in der Landwirtschaft in MV
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07:27 04.04.2019
Elke Ehlers kommentiert den Verkauf von Agrarflächen. Quelle: Montage: Frank Söllner / dpa
Rostock

Agrarminister Till Backhaus nennt es den „Geburtsfehler“ der deutschen Einheit. Treuhand und bundeseigene Bodengesellschaft BVVG haben den größten Teil der einst volkseigenen Agrarflächen verkauft – zu saftigen Preisen. Das war ihr Auftrag, so hatte es der Bundestag gleich nach der Wende beschlossen. Denn der Gewinn sollte die Bundeskasse füllen.

Aber es gab Ausnahmen: Einheimische Landwirte, Wiedereinrichter und Alteigentümer konnten einen Teil des Landes verbilligt kaufen. Viele dieser Neu-Eigentümer wollen ihren Besitz jetzt versilbern – und tun dies am liebsten meistbietend. Moralisch kann man das beklagen. Doch rechtlich ist dagegen nichts einzuwenden. Die Sperrfrist, in der begünstigt gekaufte Flächen nicht veräußert werden durften, ist abgelaufen.

Das Problem ist, dass junge Bauern und kleine Agrarbetriebe, die sich gern vergrößern würden, dabei nicht zum Zuge kommen. Auf Bankkredite können sie dabei kaum hoffen. Die Ackerpreise sind inzwischen so schwindelerregend hoch, dass die Erlöse aus der Landwirtschaft nicht ausreichen würden, die Kredite zu bedienen. Zumal viele Betriebe mit Verlusten aus schlechten und miserablen Milchpreisen kämpfen. Zahlungskräftig sind oft Industriellen-Familien, die den Boden auch als Geldanlage nutzen. So ist die Realität, so funktioniert Kapitalismus. In diesen Prozess steuernd einzugreifen, hat die Politik verpasst.

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Elke Ehlers

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