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Kommentar Vibrionen in der Ostsee: Behörden müssen aufklären
Mehr Meinung Kommentar Vibrionen in der Ostsee: Behörden müssen aufklären
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12:03 15.08.2019
Kommentarbild online, Alex Löw und Benjamin Fischer zu Vibrionen Quelle: Fotograf oder dpa
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Rostock

Wir sagen lieber nichts, weil Teile der Antworten die Bevölkerung verunsichern könnten. Was verunsichert mehr als so ein Satz, einst ausgesprochen von Ex-Innenminister Thomas de Maizière im Zusammenhang mit Terrorgefahr. Menschen haben Informationen verdient, wenn sie sich in Bereiche begeben, die sie selbst nicht vollständig überschauen können.

Ich bin zum Beispiel dankbar, wenn Fachleute für mich absichern, dass Lebensmittel in Ordnung sind. Und ich finde es gut, wenn an der Ostsee Rettungsschwimmer für mich einschätzen, ob ich gefahrenlos baden gehen kann.

Menschen müssen Gefahren einschätzen können

Umso unverständlicher wirkt es, dass die Behörden derzeit bei einer Gefahr in unserem Meer mauern: Vibrionen. Eine ältere Frau ist in diesem Jahr bereits an den Keimen gestorben, die sie sich in der Ostsee vor MV einfing, im vergangenen Jahr waren es drei Menschen. Ein Mann verlor wegen einer Infektion in Warnemünde sein Bein.

Es gibt sieben offizielle Messstellen im Land. Werte geben die Behörden allerdings nicht heraus. Warum? Sicher: Man darf nichts aufbauschen. Nur ältere und immunschwache Personen mit Verletzungen sollen beim Baden gefährdet sein. Aber gerade um einzuschätzen, ob auch sie selbst betroffen sind, brauchen die Menschen Informationen. Ab welchen Messwerten wird es heikel und für wen? Wo herrscht gerade welche Vibrionen-Konzentration? Das müssen uns die Experten sagen. Transparenz beruhigt mehr, als Menschen Fakten vorzuenthalten, weil man glaubt, sie können damit nicht umgehen.

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Von Von Alexander Loew