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Kommentar Viele Schulabbrecher in MV: Wo bleibt der fällige Kurswechsel?
Mehr Meinung Kommentar Viele Schulabbrecher in MV: Wo bleibt der fällige Kurswechsel?
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19:44 12.08.2019
Die Schweriner Landespolitik muss mehr gegen Schulabbrecher unternehmen, meint OZ-Redakteur Gerald Kleine Wördemann. Quelle: dpa/OZ
Rostock

Paradoxe Situation: Die meisten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern nennen den Mangel an Fachkräften und Auszubildenden als ihr dringlichstes Problem. Auf der anderen Seite fehlt immer mehr Schulabgängern die Ausbildungsreife, was den Lehrlings-Mangel zusätzlich befeuert. Wenn wie in Rostock einer von neun Schülern keinen Abschluss schafft, sollte das also ein Weckruf sein.

Die Reaktion des Schweriner Bildungsministeriums auf die alarmierende Schulabbrecher-Studie der Caritas wirkt vor diesem Hintergrund erstaunlich gelassen. Stolz verweist die Behörde darauf, dass sie ein freiwilliges zehntes Schuljahr für Förderschulen eingeführt hat. Das war aber bereits 2014. MV konnte die Zahlen so zwar verbessern, gehört bundesweit aber immer noch zu den Schlusslichtern.

Es muss mehr passieren. Im Nordosten, wo der demografische Wandel am schnellsten voranschreitet und schon jetzt fast jede zweite Lehrstelle unbesetzt bleibt, sollte das oberste Priorität haben. Nötig wäre ein echter Kurswechsel: mehr Schulsozialarbeiter, neue und mehr Praxisangebote, zusammen mit Betrieben. Es gibt viele sehr gute Schulen im Land, an Kreativität mangelt es nicht. Doch das passiert alles nicht. Stattdessen wird gespart und zusammengelegt, etwa bei den Berufsschulen.

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Von Gerald Kleine Wördemann

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