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Kommentar Wer Fachkräfte will, muss auch Azubis gut bezahlen
Mehr Meinung Kommentar Wer Fachkräfte will, muss auch Azubis gut bezahlen
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20:39 13.05.2019
OZ-Redakteurin Virginie Wolfram kommentiert das Thema Azubi-Mindestlohn. Quelle: Frank Söllner/Jens Büttner (dpa)
Rostock

Jetzt also doch: Der von Unternehmern viel gescholtene Lehrlings-Mindestlohn soll kommen. Dieser Vorstoß – gut vier Jahre nach der Mindestlohn-Einführung – war längst überfällig!

Zehntausende Lehrstellen bleiben jedes Jahr unbesetzt, weil viele lieber studieren gehen. Kein Wunder, wenn einige Betriebe nur 250 oder 300 Euro Lehrgeld im ersten Ausbildungsjahr zahlen. Wer soll denn davon Wohnung, Essen und den Weg zur Berufsschule zahlen?

Nur etwa zehn Prozent der Ausbildungsbetriebe bundesweit werde der Mindestlohn treffen, schätzt das Bundesinstitut für Berufsbildung. Denn das Gute ist: Viele deutsche Unternehmen zahlen bereits jetzt mehr. Der 515-Euro-Mindestlohn trifft in erster Linie kleine Betriebe im Handwerk – vor allem im Osten.

Aber sie können sich auf die Wettbewerbsneutralität stützen: Wenn alle Fleischer, Friseure und Floristen ihren Azubis mehr zahlen müssen, lässt sich das auf die Preise umlegen. Das war schon beim allgemeinen Mindestlohn so. Auch damals blieb die befürchtete Welle der Entlassungen übrigens aus.

Fakt ist: Die Macht der Wahl liegt nun beim Nachwuchs. Sie können sich aussuchen, wohin sie gehen. Wer langfristig Fachkräfte haben will, muss den Weg mitgehen und die Azubis gut bezahlen. Sonst steht er in einigen Jahren ohne Personal da.

Mehr zum Thema:

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Virginie Wolfram

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