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Lesermeinung 85 Prozent Studienabbrecher
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09:29 22.10.2018
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Rostock

Ich habe 40 Jahre als Lehrer, davon 22 Jahre am Gymnasiun, gearbeitet und bin heute noch mit einigen Stunden im Schuldienst. Für die hohe Anzahl der Studienabbrecher und Studienwechsler, nicht nur im Studiengang Lehramt, sehe ich folgende Ursachen.

Heutzutage kann fast jeder das Abitur ablegen, es verkommt zur Massenware. In den Schulen sinkt aufgrund der Nichttrennung in Grund- und Leistungskurse das Niveau, da es bei den Anforderungen immer eine Angleichung zur Mitte gibt, bei aller Differenzierung. Wer nun das Abitur hat, hat den Zugang zur Hochschule. Wie oft habe ich den Satz gehört, wenn ich keine Lehrstelle bekomme, studiere ich irgendwas. Das ist Motivation. Zum Anderen fehlt es meiner Meinung oft an der Studierfähigkeit, studieren ist etwas anderes als für die Schule zu lernen.

Zum Zweiten ist das Studium nicht praxisnah. Richtigen Kontakt zum Schulalltag bekommen die Studenten viel zu spät. Ich weiß, es ist gewagt, Vergleiche zu ziehen, aber wir haben von Beginn des Studiums an Kontakt mit Schülern gehabt, sei es durch den Nachmittagsbereich, durch viele schulprktische Übungen und Praktika usw., die uns das Lehrerdasein nahe brachten. Eigentlich braucht unsere Kultusministerin keinen neuen Arbeitskreis für Ursachenforschung. Vielleicht genügen schon Mitarbeiter mit mindestens 10-jähriger Praxis Übrigens sind die Umstände an den Schulen heute oft so, dass man sich wirklich genau überlegen sollte, ob man für diesen Job geeignet ist. Die Schüler und die Eltern werden nicht einfacher.

Manfred Graß

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