Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung „Als Bauarbeiter kann man es niemandem recht machen“
Mehr Meinung Lesermeinung „Als Bauarbeiter kann man es niemandem recht machen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 20.06.2019
Baustellen in MV: Zwischen Berlin und Rostock wird zurzeit auf fast einem Viertel der Wegstrecke gebaut. Quelle: Stefan Sauer/dpa
Güstrow

Wer an die Ostsee will, benötigt Geduld. Klar, dass das die Nerven vieler Autofahrer stark strapaziert. Allein auf den gut 200 Autobahn-Kilometern zwischen Berlin und Rostock wird zurzeit auf fast einem Viertel der Wegstrecke gebaut. Es scheint, als reihe sich eine Baustelle an die andere, moniert etwa OZ-Leserin Manuela Scholz. Doch warum lassen die Fertigstellungen häufig so lange auf sich warten. Und warum scheinen an einer Baustelle nie mehr als drei Leute zu arbeiten? OZ-Leser diskutieren.

Melissa Berger schreibt, ihr Freund sei Tief- und Straßenbauer. Er würde bei der Aussage „Mit 100 Leuten würde das wesentlich schneller gehen“ nur mit dem Kopf schütteln, so Berger. „Würde es nicht. Hier passt es, wenn man sagt: ,Viele Köche verderben den Brei.’ Der eine macht es anders, als der andere. Und das muss dann wieder ausgebügelt werden. Außerdem gibt es gar nicht so viel zu tun auf einen Schlag ohne, dass man alles vermurkst, wenn es schnell gehen soll, vor allem wenn die Geräte fehlen, das Wetter nicht mitspielt, das Geld vom Bauherren nicht kommt und so weiter.“ Holger Oppers kritisiert das deutsche Herangehen und verweist aufs Nachbarland: „Wenn ich in den Niederlanden unterwegs bin und dort Baustellen sind, dann wird durchgehend gearbeitet, der Abschnitt wird einfach voll gesperrt, und die Bauarbeiter müssen nicht ständig irgendwelche Markierungen ändern wie in Deutschland. So ist die Baustelle schneller fertig und der Verkehr fließt wieder normal.“ Steffen Kunze meint: „Die Baufirmen haben meistens mehrere Baustellen und können nicht immer an derselben arbeiten. Sie wechseln immer hin und her. Das ist normal in Deutschland.“ Christin Pulsiert schreibt: Und manchmal sehe man auch niemanden auf einer Baustelle arbeiten. Ronny Richter glaubt: „Da arbeitet niemand, weil alle Hipster BWL studieren.“ Sibill Kamm hinterlässt folgenden Kommentar: „Wenn Firmen den Auftrag bekommen, die das billigste Angebot machen, aber nur fünf Angestellte und einen alten Bagger haben, und in Zeiten des absoluten Fachkräftemangels auch niemanden einstellen können, dann bleiben Baustellen halt ewig unvollendet.“ Anke Loeck notiert, dass „nur noch jene Firmen Aufträge erhalten sollten, die geregelt kriegen, mehrere Schichten abzudecken. “

Petra Urban vermisst Verständnis für die Bauarbeiter, sie betont: „Die Bauarbeiter arbeiten die ganze Woche und haben somit ihre 40, teilweise 42 Stunden in der Woche voll, und das reicht dann auch. Immer dieses Gejammer über Baustellen. Ist eine Straße schlecht, wird geschrien, dass sie neu gemacht werden muss. Wird es dann getan, wird über Baustelle gejammert. Als Bauarbeiter kann man es niemanden Recht machen.“

Juliane Lange

Das Sicherheits- und Ordnungsgesetz soll der Polizei künftig mehr Befugnisse bei der Überwachung von Computern und Smartphones zusichern. Protest kommt nun von prominenten Künstlern. Der Rostocker Rapper Marteria fürchtet zu viel Macht für die Polizei.

18.06.2019

Viele Einrichtungen in MV schließen im Sommer bis zu drei Wochen. Die Eltern stehen dadurch oft vor einer großen Herausforderung. Die Kitas wiederum argumentieren mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Jahresurlaub der Mitarbeiter.

31.05.2019

Trotz freier Stelle muss die Rostocker Lehrerin Kristina Rasch nach zwei Jahren gehen. Das Bildungsministerium verweist auf den Grundsatz der „Bestenauslese“. Demnach gibt es einen externen Bewerber mit einer besseren Abschlussnote im Staatsexamen.

23.05.2019