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Lesermeinung Was ist mit den Politikern bloß los?
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11:28 26.02.2019
Zur Sicherung der Bahngleise wurden zwischen Prora und Binz auf Rügen massive Baumfällungen vorgenommen. OZ-Leser Peter Ahrend bangt um die Umwelt. (Archivfoto) Quelle: Gerit Herold
Rügen

Was ist mit den verantwortlichen Politikern bloß los? Immer kommt nur der lapidare Satz „Verkehrssicherungspflicht“, man kann diesen Satz nicht mehr lesen und auch nicht mehr hören. Was über 50 Jahren keinen störte, muss jetzt weg, auf Biegen oder Brechen. Siehe angebliche Bahnsicherungspflicht Prora, Nationalpark Jasmund, für den Stahlkoloss von Göhren (Parkhaus) mussten die alten Buchen weichen. Auch in Sellin werden die alten Buchen gefällt, dass es nur so raucht, und dann bekommt man von der Biosphäre diese Antwort: „Im Rahmen der forstwirtschaftlichen Bewirtschaftung wird derzeit durch den Flächeneigentümer hieb-reifes Holz aus dem Bestand entnommen“.

Geht es hierbei nur wieder um das liebe Geld? Ein Nationalpark ist ein ausgedehntes Schutzgebiet, das meistens nur der natürlichen Entwicklung unterliegt und durch spezielle Maßnahmen vor nicht gewollten menschlichen Eingriffen und vor Umweltverschmutzung geschützt wird. In der Regel sind dies Gebiete, die ökologisch besonders wertvoll oder von herausragendem landschaftlichen Reiz sind und im Auftrag einer Regierung verwaltet werden. Sie werden oft auch als Erholungsgebiete und für den sanften Tourismus genutzt.

Die Definition eines Nationalparks ist nicht in allen Staaten gleich. Dennoch gibt es eine gemeinsame Idee: die Erhaltung großer, nicht durch menschliche Eingriffe veränderter Naturgebiete für die Nachwelt und als Symbol des nationalen Stolzes. Alexandra sang schon 1968 „Mein Freund, der Baum. Mein Freund, der Baum ist tot. Er fiel im frühen Morgenrot. Du fielst heut früh, ich kam zu spät. Bald wächst ein Haus aus Glas und Steinen, dort wo man ihn hat abgeschlagen, bald werden graue Mauern ragen, dort wo er liegt im Sonnenschein“.

Durchschnittlich filtert ein Hektar Wald jährlich rund zehn Tonnen Kohlendioxid. Wie viel ein einzelner Baum absorbieren kann, hängt von der Baumart, dessen Holzdichte und Alter ab. Eine 100 Jahre alte, circa 35 Meter hohe Fichte mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern filtert 2,6 Tonnen CO². Eine 120-jährige, 35 Meter hohe Buche mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern speichert fast eine Tonne Kohlendioxid mehr. Grund ist deren höhere Holzdichte. Was den Sauerstoff angeht, so produziert eine 25 Meter hohe Buche in etwa so viel Sauerstoff, wie drei Menschen zum Atmen benötigen. Grundsätzlich gilt, dass Nadelbäume mehr Sauerstoff produzieren als Laubbäume und junge Bäume mehr als alte. (Quelle: wissen.de)

Welchen Nutzen hat ein Baum? Wie viel Sauerstoff produziert ein Baum? Eine ausgewachsene Buche, Eiche oder Kastanie bindet pro Jahr etwa 100 Kilogramm Staub (Feinstaub). Ein Hektar Buchenwald kann pro Jahr an die 50 Tonnen Feinstaub vertilgen. 200 bis 300 Liter Wasser werden von einem großen belaubten Baum am Tag verdunstet. Das kühlt die Umgebung und befeuchtet die Luft. Pro Tag bindet solch ein Baum etwa 13 bis 18 Kilogramm Kohlendioxid, das sind fünf bis sechs Tonnen pro Jahr, und produziert dabei zehn bis 13 Kilogramm Sauerstoff, also etwa vier Tonnen Sauerstoff pro Jahr. Das entspricht etwa der Atemluft von elf Menschen pro Jahr. Übrigens, wer sich ein Kraftstoff-sparendes Auto mit 3,5 Litern pro 100 Kilometer Verbrauch kauft, der würde bei 10 000 Kilometern Fahrleistung im Jahr grob gerechnet 1000 Kilogramm CO² in die Luft pusten.

Mit einem gepflanzten Laubbaum kann man schon recht gut sein ökologisches Gewissen beruhigen. Jahrelang wird vom Klimaschutz gesprochen, da werden die Regenwälder abgeholzt und unsere Politiker schimpfen über diese Zustände, aber den Blick im eigenen Land haben sie verloren.

Peter Ahrend

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