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Lesermeinung „Bildung sollte allen Menschen gleichermaßen zugänglich sein“
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13:28 18.12.2018
Schüler einer siebten Klasse melden sich während des Deutschunterrichts in einem Gymnasium. Quelle: Felix Kästle/dpa
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Rostock

Die Debatte um Rostocks Schulen beschäftigt zahlreiche OZ-Leser. Zum Hintergrund: Eine Untersuchung des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB) für Sozialforschung zeigt, dass sich fast 25 Prozent aller Grundschulen in Rostock inzwischen in freier Trägerschaft befinden. Bei der gymnasialen Oberstufe sind es sogar rund 50 Prozent. Teilt sich dadurch eine Stadt immer mehr in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft?

Monika Schumacher etwa schreibt, dass sie sich immer frage, „wessen Geistes Kind solche Wissenschaftler sind. Die bekommen eine Menge Geld für eine Erkenntnis, die eigentlich zur sofortigen Änderung unseres Schulsystem führen müsste. Doch sie stellen nicht das schlechte staatliche Schulsystem infrage, sondern heizen die Stimmung gegen Eltern, die sich für eine bessere Bildung für ihre Kinder einsetzen, auf. Bei den heutigen Zuständen in den staatlichen Schulen, mit Riesenklassen, unmotivierten oder ausgepowerten oder gar nicht erst vorhandenen Lehrern, ohne anständige Lehrmittel und einem Frontalunterrichtssystem von anno dazumal, habe ich für alle Eltern absolutes Verständnis, dass sie sich für ihre Kinder eine bessere Bildung wünschen.“ Hendrik Marossow hinterlässt folgende Gedanken: „Jetzt auf die Existenz von Privatschulen (oder teils privat) zu schimpfen, ist doch absolut billig. Warum gibt’s wohl so viele davon? Weil doch viele Eltern (und es gibt nicht wenige, die sich das auch vom Munde absparen) berechtigterweise der Meinung sind, dass ihre Kinder in den staatlichen Bildungseinrichtungen nicht mehr gut aufgehoben sind – Stichwort: Ausfallstunden und Lehrermangel.“ Alexandra Juds betont: „Die eigentliche Herausforderung“ sei es, „das Schulsystem interessant, hochwertig und nachhaltig zu gestalten.“ Sie moniert, dass die Wissenschaftler schlicht „eine Symptomatik der Gesellschaft beschrieben und den passenden Sündenbock“ gleich mitliefern, nämlich „Schulen in privater Trägerschaft“. Zudem bemängelt die Leserin, dass „die Brücke zum sozial-ökonomischen Kontext nur halbherzig geschlagen und pauschal von armen Eltern“ gesprochen werde, denen der Zugang zu Bildung quasi unmöglich gemacht werde. „Sollte dies tatsächlich die Schlussfolgerung der Wissenschaftler sein, sind die Erkenntnisse oberflächlich.“ Eric Hawer unterstreicht: „Bildung sollte allen Menschen gleichermaßen zugänglich sein. So sollten alle auch die Chance (unabhängig vom Vermögen) bekommen, ebenfalls private Bildungseinrichtungen zu besuchen.“

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Juliane Lange

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