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Lesermeinung „Das System der Kurtaxe hat sich bewährt“
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13:34 27.08.2019
Sommerwetter in Boltenhagen: „Kurtaxe ist ein Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert.“ Quelle: Jens Büttner/dpa
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Rostock

Als ein „Relikt aus dem vergangenen Jahrhundert“ bezeichnet Mecklenburg-Vorpommerns Finanzminister Reinhard Meyer (SPD) die Kurtaxeabgabe in den Ostseebädern, die vor allem von Gästen und Einheimischen getragen wird. Stattdessen fordert er eine Tourismusabgabe für Unternehmen. Die sich anschließende Debatte unter OZ-Lesern ließ nicht lange auf sich warten.

OZ-Leserin Jutta Reiseist indes davon überzeugt, dass „die anfallenden Kosten dann auf die Preise umgelegt werden.“ Und die würden dann wiederum alle zahlen, „auch und vor allem ganzjährig die Einheimischen.“ Ingo Muellerhat die Erfahrung gemacht, dass „die Strandvögte meist sehr freundlich und auch verständnisvoll“ sind. Das System Kurtaxe habe sich bewährt. Müller sagt: „Never change a running system. Unabhängig davon zahlen die Gewerbetreibenden meist schon eine separate Tourismusabgabe, natürlich zusätzlich zu den üblichen Steuern und Abgaben.“ Christin Steinholzstört sich daran, dass eben auch „Einheimische und sogar Kinder abkassiert werden sollen. Die einheimischen Kinder fahren bei uns auf Rügen in den Sommerferien immer an den Strand. Sollen die jetzt jeden Tag 2,80 Euro für sechs Wochen zahlen?“

Luna Covetist überzeugt: „Die Kurtaxe ist nicht rechtens. Laut Gesetz hat jeder Anspruch auf freien Zugang zum Meer, das wurde an der Nordsee schon so durchgesetzt. Überlegt doch mal: Theoretisch müsste jeder Tagesgast oder Einheimischer in Göhren Kurtaxe zahlen, auch wenn er nur kurz zum Einkaufen oder zum Arzt will. Wenn man einen Strandspaziergang von Göhren bis Sellin machen möchte, müsste man eigentlich auch für jeden Ort Kurtaxe zahlen. Was für ein Irrsinn! Besser wäre vielleicht eine Rügencard oder MV Card, ähnlich der Usedomcard (einmal Kurtaxe und nicht für jeden Ort einzeln).“ Didi Dietrich Bussler fragt sich nach der Ankündigung des Ministers, warum das vorhandene System verstaubt sei. „Was will er stattdessen schaffen? Ein ‚Frisch-und-flockig‘-Kurtaxegesetz?“

Benedikt Liesegang findet: „Das ist doch mal ein Anfang. Sehr schön.“ René Bienert weiß: „Das gibt es ja schon in anderen Regionen und Ländern. Das Problem wird hier wieder sein, dass das Geld vielleicht nicht da ankommt, wo es gebraucht wird. Wenn sich dadurch aber etwas positiv verändert und man dies auch sieht, ist jeder gern bereit, dafür zu zahlen.“ Andreas Herchenbachvermutet indes: „Wenn das kommt, fallen Hunderte Veranstaltungen für die Urlauber weg. Und irgendwann bleiben die dann auch weg, wenn nichts mehr los ist.“

Peter von Warsowzeigt sich letztlich verunsichert: „Ein SPDler, der eine Steuer abschaffen will? Gibt es nicht, kann nicht sein. Das entspricht nicht dem Grundprinzip der SPD. Deshalb halte ich es für Wahltaktik.“

Von Juliane Lange

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