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Lesermeinung „Das marktwirtschaftliche System ist mit Familie nicht vollends vereinbar“
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„Das marktwirtschaftliche System ist mit Familie nicht vollends vereinbar“

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16:41 06.02.2020
Drei Mütter mit Kinderwagen: „Es nützt niemandem etwas, irgendwelche Quoten zu erfüllen.“ Quelle: Felix Kästle/dpa
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Rostock

Mehr Frauen in Führungspositionen: Diese Forderung von CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in dieser Woche auch zahlreiche OZ-Leser erreicht, die die Nachricht zum Anlass nehmen, darüber zu diskutieren.

Torsten Brämer schreibt: „Das stimmt“ und unterstreicht: „Unbedingt sogar. Aber es müssen auch gute Frauen sein, die in gute Positionen kommen.“ Jens Posingies betont: „Da hat AKK generell durchaus recht. Allerdings sind sie und insbesondere ihre Vorgängerin im Ministeramt jetzt nicht die allerbesten Beispiele, um es mal ganz diplomatisch auszudrücken.“

Aicke Schumacher hält fest: „Es sollten ausschließlich Eignung und Befähigung ausschlaggebend für eine Postenbesetzung sein. Leistung, nicht eine Quote.“ Reinhard Schmidt formuliert dazu die Frage: „Ist es nicht besser, wenn Menschen gemäß ihrer Qualifikation auf irgendwelche Posten gehievt werden?“ Andy Kübler berichtet, er habe eine Frau zur Chefin, die einigen männlichen Vorgängern folgte. Und sie passt in den Job wie die Faust aufs Auge, also absolut top und qualifiziert. Sie hat es sich erarbeitet und verdient wie jeder andere. Und sie tut es jetzt noch, geschenkt bekommen will sie nichts.“

Sonja Domann ergänzt: „Es nützt niemandem etwas, irgendwelche Quoten zu erfüllen. Auf Bildung, Kompetenz und Qualität kommt es an, nicht auf Quantität. So ist es überall, eben auch und besonders in der Politik. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen.“ Luna Covet beschreibt Grundsätzliches: „Es sollten erst mal gleiche Voraussetzungen geschaffen werden. Frauen kriegen nun mal die Kinder, werden schlechter bezahlt und nehmen deshalb oft allein das Babyjahr. Im Anschluss arbeiten sie in Teilzeit, weil die Kitas zu kurze Öffnungszeiten haben, was natürlich auch zu Nachteilen bei der Rente führt.“ Wenn Frauen wirklich gleichberechtigt sein sollen, so Covet, „dann müssen die Rahmenbedingungen angepasst werden. Ansonsten wird es immer darauf hinauslaufen, dass Frau sich zwischen Kind und Karriere entscheiden muss.“

Angela de Vries fügt an: „Es fehlt letztendlich auch noch die vollwertige Akzeptanz für Familien, wo der Hauptverdiener weiblich ist.“ Tobias Zirzow schweben eine zuträgliche „Gesellschaftsordnung und politische Rahmenparameter“ vor. „Es ist weder von der Qualifikation noch von der Quote her zu schaffen, ein Gleichgewicht herzustellen, wenn sich Frauen noch immer für Kinder oder Karriere entscheiden müssen. Auch wenn wir Männer immer mehr helfen und was abnehmen und voll lieb den Haushalt schmeißen, werden wir niemals schwanger oder in Mutterschutz sein.“ Zirzow gibt zu, auch „kein Patentrezept“ zu haben. „Aber meine Erfahrung lehrt mich, dass das marktwirtschaftliche System, das wir heute haben mitsamt allen Erfolgsfaktoren, mit Familie nicht vollends vereinbar ist.“

Von Juliane Lange

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