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Lesermeinung „Der Klimawandel wird nicht in Deutschland gestoppt“
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14:25 21.06.2019
Auch in Rostock beteiligen sich seit Monaten hunderte Schüler an den „Fridays- for-Future“-Demos. Quelle: Andreas Meyer
Rostock/Greifswald

Dass nun auch Rostock und Greifswald den Klimanotstand ausrufen, hat unter OZ-Lesern eine breite Debatte ausgelöst. Es geht den Städten mit diesem Schritt vor allem darum, die Dringlichkeit in der Klimaproblematik zu verdeutlichen. Es ist ein Schritt hin zu Klimaneutralität.

Robert Wuttke indes findet, dass erst einmal Müllexporte nach Asien verboten werden müssten. „Dort, wo das ganze Gelumpe dann ins Meer geschmissen wird. Das wäre ein großer Beitrag zum Umweltschutz. Aber alles auf ,E’ – schon von der Produktion her – und absolut umweltschädigende Akkus umzustellen, das kann es doch nicht sein. Nur weil ein Auto keinen Auspuff hat, ist es lange nicht klimaneutral. Und ob Windparks im Meer wirklich unsere Welt retten, sei mal dahingestellt.“ Weiter schreibt Wuttke: Kohleverstromung vor Ort sei alles in allem die momentan sauberste Energiegewinnung in Deutschland. Auch Dieter Heerbaart ist überzeugt: „Der Klimawandel wird nicht in Deutschland gestoppt. Niemals. Dann müssen wir in Russland, China, Amerika demonstrieren gehen, sonst bringt das gar nichts.“ Dan Rachow merkt an: „Stimmt, in Greifswald ist die Luft so schmutzig, dass morgen die Welt untergeht.“ Jürgen Welkerling notiert: „Notstand an der Ostsee. Lachhaft. Wir sollten in unserem Land allmählich den Ball mal wieder flach halten. Die Welt lacht sonst über uns.“ Max Maier fügt hinzu: „Wie überheblich der Mensch doch ist, dass er meint, alles auf dieser Welt beeinflussen zu können.“ Ralf Matthe fragt sich, wie er schreibt, „warum etwa in Vorpommern ganze Wälder und Baumalleen abgeholzt werden, beispielsweise an der Schnellstraße auf der Insel Rügen – nur damit Autos schneller ans Ziel kommen.“ Beate Stoll verbindet die angestrebte Klimaneutralität auch mit der Benutzung des Autos: „Die Städte werden aussterben, wenn keine zahlungskräftigen Besucher in die Innenstädte kommen. Rostock will die Iga ausrichten, dafür neue Gebäude bauen und jetzt den Notstand ausrufen. Wenn keine Besucher kommen, bleibt die Stadt auf einem Berg Schulden sitzen. Widersprüchlicher geht es nicht.“

Und Mario Pehe hinterlässt folgende Gedanken: „Im Kontext der Erhaltung unseres Planeten sind klimaorientierte Notstandsmaßnahmen eigentlich ein Zurück zur Normalität. Man stelle sich vor, der Klimawandel ist gestoppt – soll es dann heißen: ,Notstand’ aufgehoben, macht weiter wie davor?’ Aktuell schmilzt der Permafrost in einigen Regionen wesentlich schneller als erwartet – man ist dort 70 Jahre voraus. Das Schmelzen des Permafrost wird als Kipppunkt fürs Klima betrachtet. Bis dort wieder was gefriert, dauert es Äonen. Bis dahin also ,Notstand’?“

Juliane Lange

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