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Lesermeinung „Der Mindestlohn für Azubis ist längst überfällig“
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12:41 15.05.2019
Kochazubis bei der Arbeit: Mindestens 515 Euro Lehrlingsgeld soll der Nachwuchs ab nächstem Jahr verdienen. Quelle: Paul Zinken/dpa
Rostock

Der vom Bund geforderte Mindestlohn für Lehrlinge hat unter OZ-Lesern eine breite Debatte ausgelöst. Eine Vielzahl derer, die sich zu dem Thema äußern, halten die Anhebung für längst überfällig, entsprechend aufgeregt sind die Reaktionen. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) will erstmals in Deutschland eine gesetzliche Untergrenze für die Vergütung von Azubis festschreiben – analog zum gesetzlichen Mindestlohn. Bis 2023 soll der Azubi-Mindestlohn auf 620 Euro pro Monat steigen. Widerstand kommt seitens der Wirtschaft. Besonders für Betriebe im Osten würde es wohl teurer.

Björn Jarnsida hinterlässt folgenden Gedanken: „Ein Lehrling hat zumeist heute schon eine Wohnung oder WG, muss seinen Lebensunterhalt und womöglich noch ein Auto zahlen. Wo soll das Geld sonst herkommen?“ Aus seiner Sicht sei die Anhebung überfällig. Und Erzieher, so der Leser, bekämen in der Ausbildung nicht einen Cent, „und dann wird sich über Personalmangel beschwert.“

Hermann Steiner ärgert sich: „Wenn ich lese, dass ein Lehrling kein Gewinn bringt und deshalb nur wenig gezahlt wird, dann schwillt mir der Kamm an.“ Ein Lehrling sei schließlich zum Lernen da und nicht dazu, den Gewinn zu erwirtschaften. Hannes Rades meint: „Bei dem Lehrlingsmangel ist es doch der einzige Weg, die Jugend zu einer Ausbildung zu motivieren.“

Katja Wiechmann hält kurzum fest: „Das ist noch zu wenig.“ Und Fussel Bunt gibt zu bedenken: „Na ja, es gibt noch die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Ich habe damals auch nur 285 Euro bekommen, der Rest war BAB, womit ich auch gut klar gekommen bin. Ich erachte das als schwierig für kleine Betriebe, allerdings ist es natürlich auch sehr positiv für die Lehrlinge, die sonst darunter leiden, wenn schwarze Schafe unter den Betrieben Lehrlinge als billige Arbeitskräfte einstellen und darunter dann die Qualität der Ausbildung leidet.“

Andrea Gärtner-Frank findet die Erhöhung „richtig! Ich habe selbst viel weniger gehabt. Aber es waren auch andere Zeiten. Wir haben einen körperlich schweren Beruf ausgeübt, den keiner mehr erlernen möchte. Da käme ein wenig mehr Lehrgeld gerade gut. Kristina Wonderland berichtet: „Ich habe damals nichts bekommen. Auch kein Bafög.Und ich bin neben der Ausbildung arbeiten gegangen.“ Andrea Scheel notiert: „Man sollte dabei nicht vergessen, dass viele Eltern selbst nur Mindestlohn erhalten und kaum die Möglichkeit haben, ihre Kinder in der Ausbildung zu unterstützen.“

Auch Thomas Glawe konstatiert: „Das ist längst überfällig, bereits mit der Einführung des Mindestlohns wäre das nötig gewesen, um Azubis zu motivieren, eine Ausbildung zu machen. Und an alle, die jetzt der Meinung sind, Lehrjahre seien keine Herrenjahre beziehungsweise, sie hatten damals auch nicht mehr. Manche Eltern nehmen Kredite auf, damit ihr Kind etwas lernen kann.

Monika Schumacher fragt: „Mich würde interessieren, wie das kleine Betriebe stemmen sollen? Meine Tochter hat in der Lehre als Tierpflegerin im ersten Jahr 246 Euro bekommen. Die Berufsschule war 200 Kilometer entfernt und die Fahrtkosten übernahm niemand. Ein Tierheim ist dazu auch gar nicht in der Lage, derart viel Geld zu zahlen. Wieder einmal gut gemeint und schlecht gemacht.“

Henry Rost schreibt: „Zum Glück bin ich Auszubildender im öffentlichen Dienst, da gibt es weitaus mehr Geld. In meiner Berufsschulklasse sitzen aber auch Azubis, die nur etwa 350 Euro im Monat bekommen. Ich bin klar für den Mindestsatz, aber auch dafür, dass dann entsprechend über einen Tarifvertrag zu regeln.“

Juliane Lange

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