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Lesermeinung „Der zu sanfte Umgang mit den Problemkids ist falsch“
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15:58 28.01.2019
Pulverfass Rostocker Doberaner Platz: Mehrfach kam es dort in der Vergangenheit zu Schlägereien unter Jugendlichen. Quelle: Stefan Tretropp/ARCHIV
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Rostock

Die Ankündigung, die sogenannten Rostocker Problemkids rund um die Uhr betreuen zu lassen, hat unter OZ-Lesern eine breite Debatte ausgelöst. Seit Jahren sorgt eine Gruppe junger Rostocker, die in Obhut der Hansestadt lebt, für Ärger. Auffällig wurden sie etwa durch Schlägereien in der Innenstadt und dem Handel mit Drogen in den Wallanlagen. Zudem türmten die Jugendlichen mehrfach aus den Heimen, in denen sie untergebracht sind. Die Konsequenz: Die Polizei musste entsprechend häufig nach den vermissten Personen suchen. Ein Auszug einiger OZ-Leser-Meinungen zum Thema.

Franz Forstner mutmaßt: „Die Problemkids dürfen nicht mehr auffallen. Bald sind Wahlen.“ Doch findet der Leser, dass Jungs nun mal Jungs seien. „Früher hat es sowas doch bestimmt auch gegeben und Deutsche machen sowas bestimmt auch.“

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Daniel Braun schreibt empört: „Nach zwei Jahren schon. Das nenne ich mal spontanes Eingreifen zum Schutz der Bevölkerung.“ Holger Oppers gibt zu verstehen, dass „die Rechnung dann aber die Eltern bezahlen sollen.“ Schließlich hätten sie die Problemkids zu solchen erzogen.“ Martin Michael interessiert überdies, „wer diese 24-Stunden- Betreuung durchführen soll. Wenn jemand von denen in die Schule muss, ist doch auch keine Betreuung gewährleistet.“ Gisela Groß fragt sich, was „das Ganze bringen soll. Es sind doch nicht die Erziehungsberechtigten.“ Stephan Kolb empfiehlt indes „eine Erlebnisreise: drei Monate USA in einem originalen Bootcamp.“ Kay-Uwe Schilling notiert verwundert: „Erstaunlich, was Pädagogen wollen. Bis jetzt hat es ja nicht funktioniert. Wie sieht es mit Verantwortung aus? Setzt die mal zur Arbeit ein, dann kommen die auf ordentliche Gedanken und gut ist. Auch André Wiek-Geicke fragt: „Haben die Kids keine Beschäftigung oder Eltern, die auf sie aufpassen?“ Frank Sander notiert: „Dann findet die übliche Kuschelpädagogik gewisser Jugendhilfeträger hoffentlich ein Ende.“ Uwe Eberhardt mahnt an: „Der viel zu sanfte Umgang mit diesen Intensivtätern ist falsch.“ Sandra Wandt schreibt: „Nun doch. Als Polizeipräsident Ebert das angemahnt hatte und es auch Träger gab, die es angeboten haben, wollte der Senator Bockhahn davon nichts wissen. Jetzt kommt dieses Angebot als Wahlkampfauftakt, sehr durchschaubar.“ Alexander Glattki hält knapp fest: „Chance auf ein besseres Leben verspielt. Die Konsequenz ist der Heimflug.“

Und auch Rostocks Sozialsenator Steffen Bockhahn (Die Linke) selbst schaltet sich in die Debatte ein: „Einfach noch mal zur Versachlichung: Artikel 3, Absatz 1 des Grundgesetzes: ,Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.’ Damit ist auch klar, dass es keine Rolle spielt, welcher Nationalität ein Jugendlicher ist.“ Und: Unter den in Rede stehenden Jugendlichen seien in großer Mehrzahl solche, die im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft sind. „Ob es einem gefällt oder nicht – das Sozialgesetzbuch VIII, das die Grundlage des Handelns der Jugendämter ist, sieht Zwang nicht vor, es schließt ihn sogar aus.“

Juliane Lange