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Lesermeinung „Die Entscheidung sollte den Eltern überlassen bleiben“
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12:50 23.01.2019
In einer Sporthalle nehmen übergewichtige Kinder an einem Sportprogramm teil. „Mehr Aufklärung, gesünderes Schulessen.“ Quelle: Waltraud Grubitzsch/dpa
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Rostock

Die aktuelle Adipositas-Statistik für MV hinterlässt bei OZ-Lesern ein mulmiges Gefühl. So gelten 60 Prozent der Einwohner als übergewichtig, vor 20 Jahren lag die Quote noch bei 50 Prozent. Im Kampf gegen das Übergewicht drängt die Politik im Land auf neue Standards für ein gesünderes Schulessen. Und auch Leser diskutieren über Maßnahmen, wie etwa über das Angebot eines zusätzlichen Schulfachs für „Gesunde Ernährung“.

Karin Kuball meint: „Gesunde Ernährung kostet viel Geld und für eine Familie noch mehr.“ Manche könnten es sich einfach nicht mehr leisten, „bei den Billiglöhnen und den laufend steigenden Preisen“. Dass Politiker, die sehr gut leben würden, Forderungen formulieren, findet die Leserin „sehr witzig“. Sie fordert ein Nachdenken über die Gründe seitens der Politiker. Und auch die Hersteller von Fertigprodukten sollten einiges ändern, „denn diese Ernährung macht auf Dauer krank und dick. Früher haben Frauen gesunde Hausmannskost gekocht. Es war in Kindereinrichtungen, Schulen und Arbeitsstätten so. Da gab es weniger dicke Menschen. Es hat leider alles seine Ursachen und Gründe, die man rausfinden kann und ändern muss, ansonsten freut sich die Pharmaindustrie über viele Patienten.“

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Angelika Laukien fragt: „Weshalb soll Schule auch noch bei der Ernährung die Defizite der Elternhäuser ausgleichen? Bei Disziplin, Pünktlichkeit und, und, und sollen die Schulen reparieren ebenso wie bei Umgangsformen und Achtsamkeit. Ist das nicht Aufgabe der Eltern?“ Tanti Romy mahnt an: „Wir brauchen nur wieder gesunde Lebensmittel! Und nicht diesen ganzen Zero-Zucker-Mist!“ Julia Zysk schreibt: „Sicher. Wir brauchen ein Schulfach für gesunde Ernährung? Die meisten Schulen sind nicht einmal in der Lage, den Grundstoff abzusichern. Für gesunde Ernährung muss erst einmal mehr Geld da sein und mehr Zeit. Und das ist Aufgabe der Eltern, vielleicht sollte man kostenlose Kochkurse anbieten für junge Eltern, die nicht kochen können.“

Anne Dedlow aber findet: „Da können Schulen gezielte Prävention übernehmen. Projekte, Vorträge, Wandertage. Einige bieten in Ganztagskursen Kochen an. Wenn das 95 Prozent aller Schulen tun würden, braucht man kein Extrafach dafür.“ Tanja Skowronek berichtet, dass sie früher ein Fach für gesunde Ernährung hatte. „Ein Halbjahr hatten wir Werkunterricht und das zweite Hauswirtschaftslehre. Hier wurde auch gekocht.“ Conny Lübbe hält zum Extra-Schulfach fest: „Das wäre wenigstens mal etwas sinnvolles.“ Monika Dinse bemängelt: „Die Kinder werden doch heute von klein auf mit dem Auto gefahren.“ Es fehle einfach an Bewegung. Und es liegt nicht immer nur an der Ernährung. Ich finde, das sollte man einfach den Eltern überlassen.“

Juliane Lange

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