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Lesermeinung „Die Kosten sind ungleich höher, wenn wir jetzt nichts tun“
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14:16 30.09.2019
Teures Tanken: Nach Auffassung von Experten soll der CO2 -Preis deutlich steigen. Damit würde auch Benzin teurer werden. Quelle: OZ
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Berlin/Rostock

Das Preisschild für Kohlendioxiderhitzt gegenwärtig die Gemüter. Klimaschützer und Politiker streiten über einen angemessenen Preis, um den Ausstoß von schädlichem CO2 drastisch zu senken – OZ-Leser befürchten, dass die Kosten auf den Verbraucher abgewälzt werden. Experten indes fordern, die Obergrenze für den CO2-Preis zur Verteuerung von Sprit und Heizöl bis 2030 auf 180 Euro pro Tonne anzuheben. Das könnte an der Tankstelle einen Aufpreis von mehr als 50 Cent für Benzin und Diesel bedeuten – und damit Spritpreise von zwei Euro nach sich ziehen. Ein CO2-Preis hat das Ziel, klimaschädliche Brennstoffe aus Öl, Erdgas und Kohle zu verteuern, um klimafreundliche Technologien zu fördern.

OZ-Leser Heiko Lübkemann ist überzeugt: „Alles, was jetzt für Industrie, Transport und Handel teurer wird, wird man ganz einfach auf den Verbraucher abwälzen.“ Hem Berfügt hinzu: „Die Zeche werden wir alle zahlen, denn es wird sich alles verteuern. Und am meisten betroffen werden Menschen mit mittlerem und kleinen Einkommen sein. Gott sei Dank gibt es davon nicht so viele in MV“, merkt der Kommentator ironisch an. Die Spaltung der Gesellschaft werde damit vorangetrieben. Zissi Zachow fragt erregt: „Haben die komplett den Verstand verloren? Bitte erst einmal Alternativen zum Auto schaffen im ländlichen Bereich, bevor die Preise hochgeschraubt werden. Es wird wirklich Zeit, dass wir Bürger es Greta gleichtun und auf die Straßen gehen wie in Frankreich. Wir dürfen uns nicht alles immer nur gefallen lassen.“ Klaus Ahrensmeint, er werde im Zuge dessen seinen „Betrieb auf Pferde umrüsten.“

Hendrik Jöhnkspricht in seinem Post von Ungerechtigkeit: „Vielleicht sollte man mal nachschauen, wer die großen Kisten fährt. Das sind zu mindestens 90 Prozent Dienstwagen, da ist der Spritpreis egal, da das eh die Firma bezahlt und diese das Ganze noch steuerlich geltend machen kann. Treffen wird man damit wieder nur den armen Arbeiter, der morgens mit dem alten Schummeldiesel 50 Kilometer zur Arbeit pendeln muss, wo er dann mit zehn Euro pro Stunde abgespeist wird und jetzt schon weiß, dass er nach 45 Jahren Plackerei nur die Mindestrente bekommt.“

René Domke fordert zunächst einmal „neue Mobilitätsangebote“, vor allem für Pendler und Menschen im ländlichen Raum, die auf das Auto angewiesen sind. Ansonsten veröden ganze Landstriche und Pendler bleiben zu Hause. Auch hätte man mit vernünftigem Breitband viel mehr Telearbeit ermöglichen können, in Berufen, wo es möglich ist. Aber auch da hinken Deutschland und erst recht MV hinterher.“

Thomas Bockwoldthat starke Zweifel am Sinn der Maßnahmen: „Als würde das das Klima retten. Derjenige, der auf das Auto angewiesen ist, wird weiterhin Auto fahren. Außer dass die Steuerkasse gefüllt wird, ändert sich gar nichts.“Ina Ortliebnotiert: „Man könnte meinen, man ist im falschen Film. Bei der zurzeit in Katar stattfindenden Leichtathletik-WM wird das Stadion von 40 Grad Celsius auf 25 Grad Celsius runtergekühlt, bestimmt sehr klimafreundlich. Und hier fordert ein CDU-Politiker Spritpreise von zwei Euro wegen der Klimakrise.“ Fabian Spannhoffhält fest: „Wenn die externen Kosten des Autofahrens eingepreist werden sollen, müsste der Spritpreis tatsächlich weit jenseits der zwei Euro liegen. Und die Pendlerpauschale muss weg.“ Und Jockel Schmidtsetzt abschließend hinzu: „Wer hier schon beginnt zu jammern, sollte sich mal damit beschäftigen, welche Kosten erst auf uns zukommen, wenn wir nichts ändern. Aber dafür muss man natürlich etwas weiter als bis zur nächsten Tankfüllung für den SUV denken.“

Von Juliane Lange

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