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Lesermeinung Die Null-Liste der Kreisverwaltung
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09:36 25.03.2018
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Lassan OT Pulow

Den positive Trend im ländlichen MV, z.B. im Lassaner Winkel, konnte der Staat nicht verordnen.

Aber sein Verwaltungsapparat kann durch politische Ignoranz, lokale Interessenkumpanei und mit einem Federstrich eine gute Entwicklung radikal beenden.

Der größte Agrarindustrielle im Lassaner Winkel baute hier Anfang 2000 eine Getreidetrocknung als Schwarzbau. Die Raumordnungsbehörde stellte klar, dass das Vorhaben gegen die Ziele der Raumordnung verstößt.

Der Landkreis ersetzte das Versagen des gemeindlichen Einvernehmens und legalisierte alles. Es fehlte nur noch die gesicherte Erschließung. Da nahm der Wirtschaftsminister Ebnet ca. 583.000 € vom Steuerzahler und spendete eine 6,4 m Breite und 1,2 km lange Zufahrtsstraße. 90.000 € gab die Gemeinde. Heute möchten die Chefs dieses agrarindustriellen Unternehmens einen Steinwurf entfernt von dieser neuen Zufahrtsstraße ein Güllegroßlager von 6447,99 cm3 errichten. Wie sie sagen, es müsse inmitten ihrer Felder, mitten im Lassaner Winkel, liegen.

Dem versagte die Stadt Lassan das gemeindliche Einvernehmen.

Aber welch ein Glück für den Agrarindustriellen. Es gibt ja noch die Kreisbehörde. Und diese ersetzte wiederum die Gemeinde. Jetzt soll, damit die Erschließung abermals gesichert ist, eine neue Kreisstraße zum Güllepott gebaut werden. Natürlich mit Geld aus dem Kreishaushalt.

Das hat der stellvertretende Landrat Herr Hasselmann schon vor den Beschlussfassungen des Kreistages zugesichert. Und wie geht das? Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.

Ganz einfach, vor der geheim gehaltenen Prioritätenliste versteckt man eine noch geheimere Null Liste zur freien Verfügung der Verwaltung. So bekommen wir ohne Bürgerbeteiligung eine neue Güllekreisstraße. ca. 1 Mio Euro.

Da die K 31 aber nicht wirklich eine Kreisstraße ist, soll sie nach Fertigstellung abgestuft und an die Gemeinde zurückgegeben werden. Das ist doch eine gute Sache und freut auch alle anderen Gemeinden im Kreis, die sicher gerne für Lassan auf der Prioritätenliste bis zum Sankt Nimmerleins Tag auf ihre neuen Straßen warten.

Matthias Andiel

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