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Lesermeinung „Ein Verstobener gehört auf den Friedhof. Und das sollte auch so bleiben.“
Mehr Meinung Lesermeinung „Ein Verstobener gehört auf den Friedhof. Und das sollte auch so bleiben.“
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14:07 13.11.2019
Wie umgehen mit der Urne der Angehörigen? Derzeit wird das Friedhofsgesetz in MV überarbeitet. Quelle: Bernd Settnik
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Schwerin

In der Debatte um die Lockerung des Friedhofszwangs, die die OZ-Leserschaft durchaus kontrovers führt, geht es um Ethik und einen friedvollen Abschied von den Angehörigen. Hintergrund: Eine vom Landtag eingesetzte Expertenkommission hat am Montag empfohlen, dass Hinterbliebene künftig Urnen mit der Asche Verstorbener für eine gewisse Zeit zu Hause aufbewahren dürfen. Am landesweiten Friedhofszwang hält die Kommission dennoch fest. Soll heißen: Früher oder später muss die Urne auf einem Friedhof bestattet werden. Von bis zu zwei Jahren ist die Rede.

Ines Hietscholtschreibt: „Mein Vater ist im Mai verstorben und in Mecklenburg beigesetzt. Ich hätte ihn gerne mitgenommen. Das wäre die richtige letzte Ehre für ihn gewesen.“ Ines Schmidtergänzt: „Ich finde es auch gut, dass man die Familie mit nach Hause nehmen kann.“ Auch Caroline Herzog möchte gerne, wie sie notiert, „die Asche der Lieben bei sich haben. Es würde mir Trost und Ruhe geben. Sie sind dann zu Hause.“ Kay Lüneburg fragt: „Warum darf nicht jeder Bürger selbst entscheiden, wie er seine Toten ehren oder ihrer gedenken will? Wer nimmt sich das Recht heraus, hierüber für Dritte zu entscheiden? Und vor allem: Warum muss das geregelt werden? Jeder trägt diesbezüglich eine eigene Ethik in sich. Jede Einmischung ist hier vollkommen fehl am Platz.“

Stephanie Bothfindet die Idee „toll“. Sie beneide, so Both, andere Länder, in denen dies ganz normal sei. Ivonne Höflermeint: „Wurde auch mal Zeit, dass dieses Bevormunden diesbezüglich beendet wird, denn es geht schließlich um meinen Angehörigen. Warum geht das in anderen Ländern ohne Probleme?“ Regina Lehmannfände die Regelung gut. „Auch muss die Friedhofsordnung überdacht werden. Diese Starre gibt es nur in Deutschland, aber da geht es auch nur ums Geldverdienen. Was mich auch mal interessieren würde: Was passiert mit den Urnen nach der Grabliegezeit, da sie ja nicht biologisch abbaubar sind?“

Mandy Banseplädiert dafür, selbst entscheiden zu können und zu schauen, „wie man es verkraftet. Nicht jeder schafft es, zum Grab zu gehen und lässt es verwelken. Das kostet. Ich würde auch meine Mama in der Urne bei mir hinstellen. So ist man diese Person etwas näher.“ Torsti Garten moniert: „Wer kommt auf solche Ideen? Unmöglich! Ein Verstobener gehört auf dem Friedhof. Und das sollte auch so bleiben.“ Und Dirk Edlichsetzt hinzu: „Die neuen Zeiten sind schon komisch. Zum einen beklagen so viele Menschen, dass es mit unserer Kultur immer weiter abwärts geht, zum anderen sind es teilweise dieselben, die eines der letzten, uns verbleibenden Rituale abschaffen möchten. Friedhöfe und gleichgestellte Ruhestätten sind auch Orte der Begegnung. Wenn ich mir meine Eltern zu Hause ins Regal oder auf den Kamin stelle, welchen Anspruch haben dann meine Geschwister oder die Freunde der Verstorbenen? Ich bin dagegen, die Asche mitzunehmen!“

Von Juliane Lange

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