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Lesermeinung Ein verlorengegangener Urlaubstag
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18:20 13.09.2017
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Joachimsthal

Vom 26.08.-9.09.2017 waren mein Mann und ich zur Kur in Swinemünde. Mein Mann nimmt schon seit Jahren Blutverdünner. In Vorbereitung unserer Reise sortierte er seine Medikamente sorgfältig bis zur Heimreise ein, leider ist ihm aber ein Fehler unterlaufen. Am 02.09.17 stellte er fest, dass er die 2.Karte mit dem Blutverdünner vergessen hatte. Nun war guter Rat teuer. Die Rezeption in unserem Hotel konnte uns auch nicht weiter helfen und ein Arzt war nicht zu erreichen. Wir zur Apotheke in Swinemünde, mit der Annahme, na vielleicht bekommen wir eine Karte des Medikamentes. Nein, nur mit Rezept. So haben wir uns eine Taxe nach Ahlbeck bestellt und sind dort zur Apotheke, mit der Hoffnung auf Hilfe. Nein, ohne Rezept kein Medikament. Leider war es ein Samstag. Ja, rufen sie die 116117 an empfahl uns die Apotheke. Was ich auch tat. Der gute Mann von der Zentrale fragte mich,wo sind sie denn, ja in Swinemünde zur Kur und jetzt in Ahlbeck vor der Apotheke. Nun wollte er die Postleitzahl von Ahlbeck wissen, die ich ihm ja nicht sagen konnte, da wir dort nicht in Urlaub waren. Wieder in die Apotheke und nach der PLZ gefragt. Nun bekam ich auch eine Auskunft. Der Bereitschaftsarzt ist in Koserow und die Apotheke in Heringsdorf. Bis 17.00 sollten wir uns dort im Dialysezentrum melden. Da wir ohne Auto dort waren, hieß es mit der Bahn fahren. Ja, wo ist der Bahnhof in Ahlbeck? Wir zur Tourismusinformation. Eine sehr nette Mitarbeiterin erklärte uns, wie wir zum Bahnhof kamen und gab uns einen Fahrplan mit. Zeitlich lagen wir gut, es war ca. 13.00Uhr. Im Zug bediente uns ein sehr netter Schaffner,, dem wir von unserem Mißgeschick erzählten. Er machte uns den Vorschlag eine Tageskarte zu lösen, falls wir in Heringsdorf noch zur Apotheke müßten. Er machte uns noch einen Vorschlag, wenn sie in Koserow aussteigen, ist dort gleich Karls Erdbeerhof, dort können sie sich erstmal stärken, was wir auch taten. Gegen 14.30Uhr machten wir uns auf und suchten das Dialysezentrum. Ja, wir hatten eine Karte und fragten unzählige Leute, auch in Gaststätten, keiner konnte uns eine Auskunft geben. Mein Mann und ich waren der Verzweifelung nahe. Endlich hatten wir den Namen in einer Seitenstraße entdeckt. Erleichtert gegen 15.30Uhr traten wir in den Flur, mit der Hoffnung, dass dort ja ein Arzt sein muß. Als ich mich bei der Schwester meldete, wurde ich gleich angefahren, ach, wir beide haben miteinander telefoniert, was ich bejahte und bekam promt die Antwort, sie waren doch erst zu 17.00Uhr bestellt. Es reichte mir bald . Gedultig warteten wir bis kurz vor 17.00Uhr bis die Sprechstundenhilfe kam auch der Arzt erschien kurz danach und beruhigte uns, dass wäre anderen auch schon passiert. Meine Bitte an die Schwester, es wäre sehr nett, wenn sie eine Karte des Medikamentes uns mitgeben könnte, da wir sonst noch nach Heringsdorf fahren müßten. Es war noch eine vorhanden und mein Mann bekam auch noch ein Rezept. So liefen wir erschöpft zum Bahnhof und konnten auch bis Swinemünde mit dem Zug fahren. Zum Hotel nahmen wir uns eine Taxe und waren kurz vor 19.00Uhr im Hotel und bekamen noch unser Abendbrot.

Zu der ganzen Geschichte, sicherlich war es unsere Schuld, aber kann man nicht in diesen großen Bäderorten, wo so viele Urlauber sind, eine Bereitschaftssprechstunde in einem Ort für 1 oder 2 Std. am Wochenende einrichten und die Apotheken auch. Da wir kurz vor den Wahlen stehen, vielleicht machen sich unsere Politiker darüber auch mal Gedanken.

Ich weiß, dass es hier in Brandenburg genauso ist.

Jedenfalls sind das keine normalen Zustände.

Sibylle und Otto Krüger

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