Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung „Eine Notaufnahme ist keine Hausarztpraxis“
Mehr Meinung Lesermeinung „Eine Notaufnahme ist keine Hausarztpraxis“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:55 12.03.2019
Notaufnahme der Südstadtklinik Rostock: Warum zum Hausarzt, wenn man doch gleich in die Klinik gehen kann? Quelle: Frank Söllner
Anzeige
Berlin/Schwerin

Viele Notaufnahmen sind seit Jahren überlastet. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage sucht mehr als ein Drittel der Deutschen gleich die Klinik auf und meidet den Gang zum Hausarzt. Gründe gibt es viele. Einer ist, dass für den Besuch in der Notaufnahme kein Termin erforderlich ist, wie fast ein Viertel der Befragten angab. OZ-Leser diskutieren kontrovers.

Alexander Mik plädiert für die pauschale „50 Euro-Notaufnahme-Gebühr. Sollte sich bei der Behandlung herausstellen, dass es ein echter Notfall ist, bekommt man das Geld wieder, anderenfalls bleibt die Gebühr.“ Seine Begründung: „Eine Notaufnahme ist keine Hausarztpraxis und sollte für echte Notfälle genug Kapazitäten freihaben. Dort sollte kein Schnupfen behandelt werden.“ Antje Wünsche findet: „Schwachsinn, bei jedem Wehwehchen in die Notaufnahme zu rennen. Für einen Husten oder sowas muss man nun wirklich nicht hin.“ Franziska Naumann erklärt: „Wie der Name schon verrät, ist eine Notaufnahme für Notfälle gedacht, sprich für diejenigen, die einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt oder sich was gebrochen haben, alternativ auch ein schwerwiegender Brand oder Schnittverletzungen.“

Uta Krause erwidert: „Abends, nachts und am Wochenende kann man nun mal nicht zum Hausarzt.“ Monique Westphal schildert einen Vorfall aus der vergangenen Woche. „Unser Kinderarzt hatte Urlaub. Die Vertretung sagte um 15 Uhr am Telefon, ich könne zwar mit unserer Tochter kommen, es sei jedoch sehr voll. Sie könne nicht garantieren, dass ich heute rankäme. Ich solle lieber mit ihr zu unserem HNO-Arzt gehen. Dort meinte die Schwester am Telefon, sie könne mir einen Termin für die nächste Woche geben. Ohne Termin gehe gar nichts. Ich war einfach nur noch frustriert – zumal die Zeit unter der Woche sowieso immer knapp bemessen ist, wenn beide Eltern Vollzeit arbeiten“, so die Leserin. Weiter schreibt sie, dass sie sich unter diesen Umständen schon vorstellen könne, dass sich manche dann an die Notaufnahme wenden.“

Nico Seyfarth notiert: „Wenn man trotz Notfall bei mehreren Ärzten zu hören bekommt: ,Wir nehmen keine neuen Patienten mehr auf’, bleibt einem nichts anderes übrig.“ Beate Stoll berichtet, sie müsse „einmal im Quartal ambulant in die Klinik zum Check. Habe ich keine Überweisung vom Hausarzt, muss ich die Kosten selbst tragen. Das sollten sie dann bei denen, die kein Notfall sind, auch machen.“

Juliane Lange

Anlass ist der 70. Geburtstag des Grundgesetzes / Feier im Schloss Bellevue

11.03.2019

Mit einem strukturiertem Hygieneregime können, laut Prof. Axel Kramer vom Universitätsklinikum in Greifswald, die Ausbreitung von multiresistenten Keimen verhindern werden. Eine simple Hygienemaßnahme soll helfen: Hände waschen.

11.03.2019

OZ-Leser diskutieren: Wie schwer ist das Leben mit Hartz IV? Anlass ist der Selbstversuch zweier OZ-Redakteure.

07.03.2019