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Lesermeinung „Es geht bei der Impfung insbesondere um den Herdenschutz“
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„Es geht bei der Impfung insbesondere um den Herdenschutz“

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13:49 11.02.2020
Kinderarzt impft ein einjähriges Kind gegen Masern, Mumps und Röteln. Ab März gilt die Impfpflicht in Kitas und Schulen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
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Rostock

Die ab dem 1. März greifende neue Impfpflicht für Kita- und Schulkinder sowie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen hat eine neuerliche Debatte zwischen Befürwortern und Gegnern ebenjener Maßnahme hervorgerufen. Ferner diskutieren OZ-Leser, wer für die Kontrolle zuständig sei. Wer bereits in die Kita geht oder schon eingeschult ist, muss die Impfungen bis zum 31. Juli 2021 nachweisen. Bußgelder von bis zu 2500 Euro drohen denen, die sich weigern, sich impfen zu lassen. Kita-Kinder ohne Impfung dürfen nicht mehr in die Kita gehen, vom Schulbesuch können Kinder indes nicht ausgeschlossen werden.

Stephie Stäsche wettert: „Wann und wo meine Kinder geimpft werden, entscheide immer noch ich. Und ich hätte es gerne steril beim Arzt und nicht in der Schule, wo eh schon sämtliche Bakterien herumfliegen.“ Rene Warnemünde findet zwar, dass Impfen eine gute Sache sei, die Pflicht dazu aber eine Frechheit. Seine Begründung lautet so: „In der DDR war der Staat daran interessiert, sein Volk gesund zu halten, da war keine Pharmaindustrie am Start, die mit Impfmitteln Profit macht. Kinder, die geimpft sind, haben den Schutz. Eltern, die es nicht wollen, gehen ein Risiko ein und müssen für eventuelle Folgen am Kind geradestehen. Die Impfpflicht steht auch im Gegensatz zum Grundgesetz. Das Recht auf Unversehrtheit wird hier klar gebrochen.“

Sven Krüger erwidert: „Die Pharmaindustrie verdient mit der Behandlung bereits ausgebrochener Masern weitaus mehr als durch den Impfstoff. Ich bin prinzipiell auch für Selbstbestimmung, aber gerade beim Thema Impfen und Herdenschutz bin ich froh, wenn eine Impfpflicht durchgesetzt wird. Es geht hier insbesondere um den Herdenschutz und den damit verbundenen Schutz von Menschen, die (noch) nicht geimpft werden können, wie etwa Neugeborene oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen. Die Frage, ob man sich impft oder nicht, ist somit keine rein private, da die Entscheidung einen direkten negativen oder positiven Einfluss auf die Gesellschaft hat. Tritt ein solcher Fall, kann die Entscheidung des Individuums nicht mehr der einzige Orientierungsmaßstab sein.“

Auch Heidi Hilde Höne ist „dafür, dass Kinder in Schulen und Kitas geimpft werden. Allerdings würde ich als Elternteil nachfragen, wo die Impfstoffe herkommen. Einfach so, ohne zu wissen, was es für Impfungen sind, würde ich mein Kind nicht impfen lassen.“ Henrike Obermüller schreibt: „Ich bin auch dafür. Eine sehr gute Idee.“ Nine Gronwald fragt: „Wer genau kontrolliert das?“, woraufhin Sandy Lange schreibt: „Bei uns in der Einrichtung muss jeder den Impfnachweis vorlegen, Kinder wie Erzieher.“ Und auch Sylvia Grün weiß: „Wir mussten zur Anmeldung in der Schule den Impfpass mitbringen. Ich find das gut. Ich bin für die Impfung.“

Von Juliane Lange

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