Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Lesermeinung „Es ist schwer genug, Arbeit und Familie zu vereinbaren“
Mehr Meinung Lesermeinung „Es ist schwer genug, Arbeit und Familie zu vereinbaren“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:42 31.05.2019
Kinder spielen im Bällebad in einer Kindertagesstätte (Kita). „Fehlendes Bewusstsein für die Bedürfnisse von Kindern und Familien.“ Quelle: Friso Gentsch/dpa
Anzeige
Rostock

Der Zoff um die Kita-Schließzeiten geht in eine neue Runde. Zur Erklärung: Das Gros der rund 1100 Einrichtungen im Land stellt die Betreuung etwa an Brückentagen wie dem zurückliegenden Freitag nach Christi Himmelfahrt ein (die OZ berichtete). Und auch in den Sommermonaten bleiben zahlreiche Einrichtungen geschlossen. Während die Kita-Betreiber etwa den gesetzlich vorgeschriebenen Jahresurlaub der Mitarbeiter zu eben jenen Zeiten ins Feld führen, beklagen Eltern die massiven Probleme bei der Kinderbetreuung.

Clau Di ist selbst Erzieherin, wie sie schreibt: „Es hat alles sein Für und Wider. Für Kinder, die sonst 365 Tage im Jahr in die Kita gesteckt werden würden, ist es gut. Für die Organisation in der Kita selbst auch. Meistens gibt es doch auch eine Notbetreuung. Ich selbst arbeite zum Beispiel gerne mal in der Notbetreuung und nehme meinen Urlaub lieber zu einem anderen Zeitpunkt. Denn auch mir als Erzieherin wird der Urlaub mit den Schließzeiten ja vorgegeben. Und manchmal liegen Sommerferien so früh, dass ich im Juni schon Urlaub nehmen müsste, weil die Kita dann zu ist.“ Die Leserin ist überzeugt, dass solche Situationen zu regeln seien und sich „jeder eine Kita nach seinen Bedürfnissen suchen kann.“ Monika Riebe möchte, wie sie ausdrücklich betont, Kitas nicht als Dienstleister verstanden wissen. „Ich möchte mein Kind nicht nur in einer Dienstleistungsstelle abgeben. Kitas betreuen, bilden, erziehen Kinder. Viele Kinder sind acht bis zehn Stunden in den Einrichtungen.“ Dabei seien sie Kinder ihrer Eltern, so Riebe. Auch beklagt die Leserin die angespannte Personalsituation. „Die ist nicht von den Erziehern erfunden worden.“

Heike Kiesel ist ebenfalls Erzieherin in MV. „Die Schließung der Kita findet bei uns nicht statt, doch für einige Kinder wäre es eine gute Option. Es gibt nämlich einige Eltern, die nach wie vor nicht der Meinung sind, dass auch Kinder Urlaub brauchen. Sie werden trotz Urlaubsplanung, die zwei Wochen betragen sollte, in die Kita gebracht. Ich finde es traurig. Es sind nämlich keine Kinder von arbeitenden Eltern.“

Lina Noir meint: „Es gibt immer eine Möglichkeit, sein Kind unterzubringen. Die Kitas bieten stetig eine Betreuung während der Schließzeiten an.“ Außerdem sei es die Aufgabe der Eltern, sich um den Nachwuchs zu kümmern, nicht die der Erzieher. Einige Eltern müssen einfach mal beginnen zu planen.“

Stefanie Hoch ist der Meinung, der Fehler liege nicht bei den Schließzeiten oder etwa bei den Arbeitgebern. „Der Fehler liegt im System und einem fehlenden Bewusstsein für die Bedürfnisse von Kindern und Familien. Kinder brauchen Urlaub von der Kita, und das nicht in den zwei bis drei Wochen zu den festgeschriebenen Zeiten im Sommer. Familien wird es sehr schwer gemacht, Arbeit und sich selbst unter einen Hut zu bringen, ohne dass dabei jemand auf der Strecke bleibt.“ Doreen Wohlgethan empfindet die Debatte als „seltsam. Im Westen Deutschlands sind drei Wochen Schließzeit im Sommer Standard.“

Zissi Zachow notiert: „Schon mal ein guter Test für die Schulzeit. Da sind auch zwölf Wochen Ferien und man muss sich als Eltern was einfallen lassen.“ Jana Fritz ärgert sich über einige Kommentare, so schreibt sie es. Sie fragt: „Dürfen wir Eltern, nur weil wir uns erlaubt haben, Kinder in die Welt zu setzen, nicht mehr erlauben, an der einen oder anderen Stelle auch mal Kritik zu üben? Es ist schwer genug, Arbeit und Familie unter einen Hut zu bekommen. Und arbeiten muss ich leider. Zum Beispiel auch, um mit meiner Familie in den Urlaub fahren zu können. Das hört sich mitunter an, als ob ich mir als Autofahrer auch nicht erlauben dürfte, mich über stetig steigende Spritpreise zu ärgern.“

Kathrin Rudolf schließlich hinterlässt den folgenden Kommentar: „Na ja, es würde ja schon passen, wenn Kinder und Eltern als Einheit in Politik und Gesellschaft angesehen würden.“

Juliane Lange

Trotz freier Stelle muss die Rostocker Lehrerin Kristina Rasch nach zwei Jahren gehen. Das Bildungsministerium verweist auf den Grundsatz der „Bestenauslese“. Demnach gibt es einen externen Bewerber mit einer besseren Abschlussnote im Staatsexamen.

23.05.2019

Millionen Tonnen Nahrungsmitteln werden in Deutschland jedes Jahr weggeworfen – auch in MV. OZ-Leser mahnen Aufklärungskampagnen seitens der Politik an.

21.05.2019

Offene Stellen und unbesetzte Lehrstellen: Tausende Erwerbstätige gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Hinzu kommt der Mangel an Nachwuchs. OZ-Leser kritisieren die Beschäftigungspolitik vieler Unternehmen.

20.05.2019