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Lesermeinung „Es mussten nun mal Veränderungen her“
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14:01 10.11.2019
Egon Krenz war letzter Staatsratsvorsitzender der DDR. Er sagt: Es gibt keine Gleichheit der Deutschen. Quelle: Stefan Sauer
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Rostock

Das am Wochenende in dieser Zeitung erschienene Interview mit Ex-DDR-Regierungschef Egon Krenz hat eine hitzige Kontroverse ausgelöst. Statt einer echten Wiedervereinigung habe der Westen den Osten übernommen, so Krenz. Und weiter: „Es gibt keine Gleichheit der Deutschen.“

Oliver Woltersmeint: „Ja, was auch sonst? Das war ein Beitritt des einen zum anderen Staat, keine Vereinigung zweier gleichberechtigter Staaten. Das hätte einem schon 1990 auffallen können. Jetzt darüber zu lamentieren, ist schlicht 30 Jahre zu spät.“ Denny Schmidt empört sich: „Er war Jahrzehnte einer von denen, die das Unrechtssystem der DDR getragen haben. Es ist unglaublich, dass dieser Mensch sich überhaupt noch traut, irgendetwas in der Öffentlichkeit zu sagen. Allerdings leben wir jetzt in einer Demokratie, die es ermöglicht, dass auch solche Leute ihre Meinung kundtun dürfen, ohne Verfolgung durch staatliche Behörden. Ich denke heute vor allem an die Menschen, die aus politischen Gründen zu Unrecht im Knast gesessen haben, und vor allem denke ich heute an jene, die an der innerdeutschen Grenze zu Unrecht ihr Leben, ihre Gesundheit und ihre Freiheit verloren haben.“

Ulrike Palmschiebt hinterher: „Selbst er darf eine eigene Meinung haben und sie äußern.“ Frank Leipold schreibt: „Herr Krenz ist politisch nicht mein Freund. Dass wir aber übernommen wurden, wird wohl kaum einer bezweifeln.“ Michael Nalbach hält dagegen: „Quatsch mit Soße. Wer frei sein will, muss auf eigenen Beinen stehen können.“ Hannes Schnitter hinterlässt diese Zeilen: „Herr Krenz hat bis heute noch nichts gelernt. Ich will nicht sagen, dass alles schlecht war in der DDR, aber es mussten nun mal Veränderungen her.“ Olaf Müllernotiert: „30 Jahre Mauerfall, und das Volk war noch nie so gespalten wie jetzt. Die Mauer in den Köpfen der Bürger ist noch viel höher und viel gefährlich als die Mauer damals war. Ein Riss geht durch Deutschland.“ Robert Gabrielmeint: „Die Gleichheit gab es in der DDR, die er erhalten wollte, auch nicht. Er war Teil eines Systems, in dem die Menschen nur in der Theorie gleich waren.“ Ruth Ehrensteinfragt schließlich verwundert: „Jo, hätten wir uns an das DDR-Niveau angleichen sollen? Der Staat war bankrott.“

Von Juliane Lange

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