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Lesermeinung „Fische am Angelhaken empfinden körperliche Schmerzen“
Mehr Meinung Lesermeinung „Fische am Angelhaken empfinden körperliche Schmerzen“
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14:32 18.03.2019
Angelunterricht in der Satower „Schule am See“: Christoph Wittek erklärt Jannik, Fabio und Emil (v.l.) den Umgang mit der Angel. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Satow

„Angeln macht Schule“: Vor knapp zwei Wochen fiel der Startschuss für das Projekt, das in seiner Form einmalig in Deutschland ist. Ziel dieses Angebots ist es, Angeln als Unterrichtsfach flächendeckend im Land zu etablieren, erklärt Diplombiologe Kilian Neubert, der beim Landesanglerverband (LAV) für Kinder und Jugend verantwortlich ist. Bislang nimmt neben der Ganztagsschule in Satow auch die Heincke-Schule in Hagenow (Kreis Ludwigslust-Parchim) teil. Das Echo der Leser auf das neue Angebot fällt äußerst geteilt aus.

Eik Deistung betont, das Fach Angeln beschäftige sich nicht nur mit dem Aspekt „eine Angel ins Wasser zu werfen“, sondern auch mit den „einheimischen Fischarten und der Ökologie im See. Somit kann man hier am Beispiel des Sees praktische Aspekte aus den Bereichen Heimatkunde, Biologie, Ökologie und Umweltkunde vermitteln.“ Sven Friesecke fragt: „Wieso sollte es nicht pädagogisch wertvoll sein, sich mit der Natur auseinanderzusetzen?“ Maria Hoffmann findet das Projekt „super“, wie sie schreibt. „Leider gibt es das bei uns noch nicht.“ Martin Müller meint: „Ganz tolle Sache. Das wäre für ganz Deutschland empfehlenswert.“ Und Nadine Dahlenburg unterstreicht: „Unsere Kinder sind begeistert.“

Silvio Lewandowski indes favorisiert den Schulgarten als Unterrichtsfach. „Das würde ich sinnvoller finden. Angeln ist schön, ich bin selbst Angler, aber das Ziel ist immer noch: Fisch fangen und töten. Und so was als Unterricht finde ich nicht so toll. Freiwilliges Zusatzfach okay, aber nicht anders. Sonst kommen irgendwann die Jäger, damit den Kindern die Jagd interessant gemacht wird.“ Für Monika Schumacher ist „diese Idee im höchsten Maße verwerflich. Kindern schon beizubringen, wie man ein lebendiges Tier fängt und es tötet, ist in meinen Augen Kindeswohlgefährdung. Warum nicht gleich Kaninchen und Hühner schlachten lehren?“

Käthemarie Jäger möchte darauf hinweisen, „dass der sogenannte Angelsport kein tatsächlicher Sport ist: Zusammenhalt, Teamgeist, Fairness – all das sind Sachen, die Kinder in sportlichen Disziplinen lernen sollen.“ Angeln hingegen sei so wenig naturverbunden wie sportlich, so die Leserin. „Es basiert darauf, andere Lebewesen aus Spaß, aus Egoismus, meinetwegen auch aus Nicht-Darüber-Nachgedacht-Haben zu quälen und zu töten.“ Bettina Koziol setzt hinzu: „Fische sind empfindsame Lebewesen, die Schmerzen empfinden, wenn sie verletzt werden, was Forschungen der Universitäten Edinburgh und Glasgow oder des Friedrich-Loeffler-Instituts, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, bestätigen.“ Und weiter: Fische, die am Angelhaken hingen, würden nicht nur körperliche Schmerzen empfinden. „Für die Wassertiere ist das Hobby, das manch menschlicher Zeitgenosse als ‚naturnahen Sport’ bezeichnet, der reine Horror.“

Benjamin Pfaller möchte ebenfalls nicht unerwähnt lassen, dass „Fische fühlende Lebewesen sind. Und das sollte man den Kindern auch vermitteln. Somit bedeutet Angeln, diesen fühlenden Lebewesen unnötig Schmerz und Leid zuzuführen und im Endeffekt für einen unnötigen Tod dieser Lebewesen zu sorgen.“ Susanne Cornfine zieht bei ihren Überlegungen in Betracht, „dass es sein mag, dass sich solche Kinder mehr mit der Natur auseinandersetzen als andere, und natürlich verbringen sie mehr Zeit in der Natur. Aber unterm Strich lernen sie, dass man Tiere töten darf. Das finde ich nicht richtig – es käme ja auch keiner auf die Idee, Kindern das Schlachten einer Kuh beizubringen und mit Naturverbundenheit zu argumentieren.“

Juliane Lange

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